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Posts Tagged ‘Überwendlingsstich’

Mittelalterliche Armkugel nach Katrin Kania.

Es geht voran. Inzwischen sind die Seitennähte geschlossen und die Ärmel eingesetzt. Die verursachen allerdings ziemliche Beulen auf dem Rücken,

Zu viel Stoff im Rücken

Zu viel Stoff im Rücken

weshalb ich die Nähte noch nicht umgeklappt und versäubert habe, sondern noch überlege, entweder den Ärmelausschnitt auf dem Rücken tiefer auszuschneiden oder die Ärmelrundung abzuflachen. Momentan bevorzuge ich die Lösung, die Rundung abzuflachen, weil mit jeder Erweiterung des Armausschnitts auch der Radius größer wird. Irgendwann könnte der Ärmel nicht mehr passen und das wäre dann richtig ärgerlich.

Stumpf zulaufender V-Ausschnitt

Stumpf zulaufender V-Ausschnitt

Das Problem muss aber zurückstehen. Jetzt ist erstmal der Ausschnitt dran. Der ist ziemlich tief und v-förmig. Da die Vorderbahn (infolge eine Verwechslung beim Zuschnitt) allerdings 3 cm ist, als die auf dem Rücken, musste ich den Schulterbereich angleichen. Daher habe ich den Ausschnitt nicht spitz, sondern trapezförmig zugeschnitten, d. h. anstelle in einer Spitze endet der Ausschnitt in einer ca. 3 cm breite Fläche.

Insgesamt werden das neun Reihen

Insgesamt werden das neun Reihen

Um daraus einen spitzen Ausschnitt zu machen, der die Breite angleicht, habe ich den Stoff unterhalb dieser Fläche wie bei Smokarbeiten eingereiht und die Reihfäden dann festgezogen, so dass sich der Stoff in viele kleine Fältchen gelegt hat. Diese Fältchen habe ich anschließend mit Überwendlingsstichen auf der Rückseite fixiert.

Die Falten nach dem Fixieren

Die Falten nach dem Fixieren

Sie verschwinden zwar nachher unter dem Besatz, aber ich hoffe auf diese Weise einen schöneren Faltenwurf unterhalb des Besatzes zu erzielen, als wenn ich den einfach so aufgenäht hätte.

Zur Zeit nähe ich gerade die Besätze auf. Dabei handelt es sich um zwei Streifen aus krapp-orange-farbiger Seide, die ich wie üblich zuerst von links (innen) mit Vorstichen festnähe,

Besatz vor dem Umklappen

Besatz vor dem Umklappen

dann umklappe und –  damit sie gut halten – an der Kante noch einmal feststeppe.

Im nächsten Schritt wird die noch offene Schnittkante untergeschlagen und ebenfalls festgesteppt.

Oben: Besatz auf rechts gewendet

Oben: Besatz auf rechts gewendet

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Hier das angekündigte Foto des gestern fertig gewordenen Seidengürtels:

krapp-orange farbener Seidengürtel

210 cm lang, 3,5 cm breit und noch sehr schlicht

Auch wenn die Stepparbeiten und die Applikationen noch fehlen, wirkt er allein aufgrund des Materials sehr edel.

Übrigens ist auch das hier alles Handnaht. Nähte wie diese sind mit der Maschine unmöglich.

Beinahe unsichtbar: Die Naht aus Überwendlingsstichen

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Der Gürtel für die Zofendarstellung nimmt Gestalt an! Als Grundmaterial habe ich krapp-orangefarbene Seide genommen, doppelt gelegt und mit Überwendlingsstichen zusammengenäht. Innen läuft ein Streifen Leinen und verstärkt das Ganze zusätzlich.
Schon das verwendete Material hätte im 12. Jahrhundert den hohen Stand der Trägerin verraten.

210 cm ist er lang geworden, d. h. er lässt sich nicht nur zu einem schönen Knoten binden, sondern die Enden hängen auch noch höchst dekorativ herunter.
Aber so kann das natürlich nicht bleiben. Noch rollt er sich beim Binden zusammen und würde damit über kurz oder lang wie ein zusammengeknautschter Bademantelgürtel aussehen. Damit das nicht passier, müssen wenigstens die Seiten abgesteppt werden. Vermutlich werde ich aber den ganzen Gürtel rautenförmig mit einen farblich kontrastierenden Faden absteppen. Ich bin mir nur noch nicht ganz schlüssig, ob ich dafür blau oder doch lieber gelb nehmen soll. Momentan tendiere ich zu blau, weil zum Schluss noch die Kreuzstickereien auf die Enden appliziert werden sollen.

So bald der Akku des Fotoapparats wieder aufgeladen ist, gibt es auch Bilder..

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Gerade habe ich die Seite über die Grundlagen des Nähens um eine Unterseite mit den häufigsten Sticharten ergänzt. Auch die Seite wird weiter wachsen, je nachdem, woran ich gerade arbeite.

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Endlich ist auch der Halsausschnitt der Tunika fertig. Das Ding hat mich wirklich Nerven gekostet. Erst zog es unten den Stoff der Tunika in Falten, jetzt kräuselt es sich oben und ich habe mich bestimmt ein halbes Dutzend Male geärgert, dass ich ausgerechnet für eine Kindertunika so viel Aufwand betreibe. Bei den vorherigen habe ich das schließlich auch nicht gemacht.
Andererseits: Es hat sich gelohnt. Ich finde jedenfalls, dass es jetzt richtig gut aussieht.

Ausschnitt in geschlossenem Zustand

geschlossen

geöffneter Ausschnitt

aufgeklappt

Der  Besatzstreifen ist ein Rest eines Unterkleides aus extrem feinen Leinen; ein schmaler Stoffstreifen, der beim Abstecken des Rocksaums übrig geblieben ist.  Ich habe ihn erst von der Rückseite her in den Ausschnitt genäht, umgeklappt und für den besseren Sitz nochmal eng abgesteppt.

erneutes Feststecken der Blende am Ausschnitt

So sieht das von unten aus.

Anschließend habe ich den unteren Rand umgeklappt, das Ganze von unten her festgesteckt und mit kleinen Überwendlingsstichen angenäht.

Annähen der Blende mit feinen Überwendlingsstichen

Die Nadel erfasst nur einen Faden des Tunikastoffes und ein winziges Stück der Blende

Viel Arbeit, wie gesagt.

Aber gerade die Kindersachen sind natürlich prima Übungsobjekte. Weil von vornherein klar ist, dass sie nur eine begrenzte Zeit passen, gehe ich viel freier und unbeschwerter ans Nähen und probiere eher mal was aus. Wenn’s nicht sitzt, wird etwas Neues genäht und das Alte spätestens im nächsten Winter wieder aufgetrennt und in einem neuen Projekt verarbeitet.

Was jetzt noch fehlt, ist ein Verschluss. Ich habe aber nicht das Herz, wie bei der Vorlage einfach ein Loch in den Stoff zu machen und eine Kordel durchzuziehen. Daher werde ich wie bei dem Hemd von Thomas Beckett ein Knöpfchen aus Stoff auf die linke Seite setzen und auf die rechte eine Schlinge.

Das hier ist übrigens die Vorlage:

Detail vom Halsausschnitt der Tunicella Roger II

Tunicella von Roger II
weltliche Schatzkammer Wien

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In zwei Wochen ist Fotoshooting des Vereins und mein jüngerer Sohn besitzt nur Beinlinge aus Leinen. Die sind zwar sehr praktisch, weil waschbar, aber vollkommen ungeeignet für diese Temperaturen. Also muss auf die Schnelle noch ein Paar aus Wollstoff her. Zum Glück habe ich genug Reserve.

Der Grundschnitt ist denkbar einfach: Ein Trapez dessen Länge der Beinlänge vom Knöchel bis knapp unterhalb des Schritts entspricht. Die Schmalseiten entsprechen dem Umfang des Oberschenkels bzw. dem Kreisradius, durch den der spätere Träger gerade noch mit dem Fuß schlüpfen kann.

Schnittmuster für einen Beinling

Der fertig zugeschnittene Stoff. Der Faden markiert den Verlauf des eigentlichen Schnitts.

Natürlich geht das alles noch viel komplexer. Man kann unten einen Steg oder ein Fußteil anbringen und oben ein Dreieck für den besseren Sitz. Natürlich kann man sie auch modisch  enger schneidern. Man kann es aber auch lassen. Gerade bei Kindersachen.

Wichtig ist vor allem, dass der Zuschnitt quer zum Fadenlauf erfolgt. Dadurch bekommt der fertige Beinling etwas Elastizität, was den Tragekomfort deutlich erhöht.

Ich nähe die Kanten mit Elisabethnähten zusammen. Die horizontalen Nähte klappe ich einmal um und nähe sie überwendlich fest. Lediglich die Naht auf dem Oberschenkel wird zusätzlich mit kleinen Vorstichen festgesteppt. Das reicht hier vollkommen, weil kaum Zug auf den Nähten liegt. Außerdem werden sie auf diese Weise schön flach und tragen kaum auf.

Versäuberung der Kante mit Überwendlingsstichen

Die umgeschlagene Kante wird mit Überwendlingsstichen festgesteckt und gleichzeitig versäubert

 

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Nach einem sehr näh-intensiven Wochenende ist die äußere Seite des Halbkreismantels bis auf die unterste Kante fertig. Wie hier beschrieben habe ich die Bahnen leicht überlappend aufeinander gelegt und die Kanten mit einer sogenannten Elisabethnaht zusammengenäht. Dabei wird jede Kante mit kleinen Überwendlingsstichen festgeheftet und so gleichzeitig versäubert.

kleine, schräge Stiche zum gleichzeitigen Versäubern und Befestigen eines Stoffstreifens

Überwendlingsstich

Das Ergebnis sieht für unser heutiges Empfinden vielleicht ein bisschen merkwürdig aus. Die Art zu nähen ist aber historisch belegt, vor allem vom sogenannten Bußkleid der Hl. Elisabeth von Thüringen  (daher kommt auch der Name der Naht).

Die fertige Naht.

Der Vorteil dieser Nähte ist, dass sie extrem flach sind und praktisch nicht auftragen. Beim Mantel ist die Naht nur deshalb zu sehen, weil ich mit ungebleichtem (und ungezwirntem) Leinengarn nähe. Mit einem dunkleren Faden wäre sie praktisch unsichtbar.

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