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Posts Tagged ‘Stickerei’

Im Moment hab‘ ich es beim Sticken mit den Mäandermustern.

T-Mäander

Dieses hier ist, wie schon die im letzten Post gezeigte Mäanderborte, der Glockenkasel aus St. Paul im Lavanttal entlehnt. Dort ist es allerdings in Gelbtönen gearbeitet.

Auch sonst ist das hier keine hundertprozentige Replik; dazu ist das Leinen, auf dem ich arbeite zu grob und zu dicht gewebt. Außerdem sticke ich mit chemisch gefärbter Nähseide, die – anders als das Originalstickgarn – natürlich gezwirnt ist. Auch konnte ich in der Ausstellung leider weder erkennen, über wie viele Fäden genau die Stiche auf der Kasel gearbeitet sind, noch mir merken, wie die Richtungswechsel erfolgen.

Trotzdem vermittelt die Borte einen ganz guten Eindruck von der Stickkunst des 12. Jahrhunderts.

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Nachdem ich vor ein paar Tagen die bereits in ein paar Blogeinträgen erwähnte Kasel aus St. Paul im Lavanttal in einer Ausstellung gesehen habe und jetzt weiß, in welchem Stich sie gearbeitet ist, habe ich mich erneut daran gemacht, eines der Muster nachzusticken. Dieses Mal natürlich im „richtigen“ Stich.

Mäanderborte1 klein

Die Borte werde ich später auf das geplante Kleid applizieren.

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Gestern habe ich mir mit einigen Freunden die Ausstellung „Benedikt und die Welt der frühen Klöster“ in Mannheim angesehen. Um es kurz zu sagen: Die Exponate waren z. T. sehr schön, aber leider ist der Titel irreführend. Die Ausstellung vermittelt wenig über Benedikt von Nursia und fast nichts über das Leben im Kloster. Lediglich zu Skriptorien gibt es einen didaktisch sehr schön gemachten Extraraum, außerdem kann man aus den ausgestellten Büchern erschließen, dass sich die Mönche wohl irgendwie auch mit anderen Dingen, als Glaubensfragen, z. B. Heilkunde und Mathematik beschäftigt haben. Aber man erfährt über den Grundsatz ora et labora hinaus nichts über den Inhalt der Benediktsregel. Es fehlen Informationen zu so wichtigen Stichworten wie Simonie und Eigenkirchen. Die Klosterreformen von Gorze, Cluny und Hirsau werden nicht angesprochen, obwohl ein Modell des Klosters von Cluny ausgestellt ist.
Nun könnte man natürlich einwenden, dass diese Themen schon ein wenig speziell seien und in einer Ausstellung schwer umsetzbar sei. Aber man hätte sie wenigstens anhand einer Wandtafel anreißen können. Und dafür, dass Nonnen überhaupt nicht vorkommen, gibt es keine Entschuldigung.

Der zweite Kritikpunkt betrifft die miserable Gestaltung der Ausstellung. Die Beschreibungen der Exponate sind in Täfelchen aus gebürstetem Messing graviert und die Schrift je nach Sprache schwarz (deutsch) und rot (englisch) hinterlegt. Aufgrund der Lichtverhältnisse und des schwachen Kontrasts sind die deutschen Texte schon bei „günstigen“ Bedingungen schlecht und die englischen kaum lesbar. So bald ein Schatten darauf fällt, kann man gar nichts mehr erkennen.
Allerdings sind die Texte auch wenig aussagekräftig. „Kelch 15. Jahrhundert“ wirft im Kontext „Liturgie im Mittelalter“ nicht nur für Besucher ohne entsprechende Vorbildung  nur Fragen auf, statt sie zu beantworten. Jemand, der die katholische Messe wenigstens in Grundzügen kennt, stellt sich unwillkürlich die Frage, inwieweit diese sich von der heutigen unterscheidet. Aber eine Antwort darauf gibt es genauso wenig, wie auf die Frage, was das z. B. Mainzer Geiselverzeichnis (nach der Unterwerfung der Sachsen zwang Karl der Große die sächsischen Adeligen, Söhne als Geiseln zu stellen) mit Benedikt oder den frühen Klöstern zu tun hat. Auch hier hätte leicht mit Wandtafeln Abhilfe geschaffen werden können.

Dass es auch anders geht, zeigen der bereits angesprochene separate Raum zum Skriptorium und ein sehr schön gemachte Film zur Entstehung des St. Gallener Klosterplans. Bei einem Eintrittspreis von 12,- € hätte man davon durchaus mehr erwarten können.

Dass der Ausstellungsbesuch für uns trotzdem kein Reinfall war, lag an den Exponaten. U. a. wurden dort das Adelheidkreuz und die Glockenkasel aus St. Paul im Lavanttal ausgestellt. Beides für uns natürlich hochinteressant. Zur Glockenkasel und den Stickereien darauf werde ich noch mal separat etwas schreiben, da die Annahmen die ich in einigen früheren Blogeiträgen geäußert habe, falsch sind.

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Aller guten Dinge sind bekanntlich drei und das Dritte, was mir aus einer der Umzugskisten entgegenlachte, ist tatsächlich ein kleiner Schatz: Eine halbfertige Samtkappe. Gut, das Samtteil kann man nur wegschmeißen, da habe ich mich beim Zuschnitt verrechnet und beim Nähen gemurkst – aber das Band …

Drachenband

Leider ist das Bild etwas unscharf

Ich habe diese Kappe vor ein paar Jahren angefangen, als ich gerade eine „Mützenphase“ hatte. Aus den meisten ist nie etwas geworden und dieses hier habe ich nicht einmal erinnert. Vielleicht weil ich mit dem Deckel nicht zurande gekommen bin. Vielleicht war mir das Band aber auch zu dunkel, zu breit oder zu schmal – ich weiß es nicht. Jedenfalls hatte ich seine Existenz vollkommen vergessen.
Dabei ist die Stickerei wunderschön: halber und ganzer Kreuzstich auf Baumwollnessel; teilweise ist neben dem gelben Faden goldenes Lurexgarn mit verstickt worden. Die Wirkung ist umwerfend.

Hier noch mal ein paar Details:

Drachenband1Drachenband3Drachenband4Der Deckel muss natürlich weg, was aber auch kein Problem ist, weil er nur mit wenigen Stichen in Maschinennaht festgeheftet ist. Der Rest hängt noch an Stecknadeln. Und dann steht einer neuen Kappe nichts im Weg.

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Noch etwas ist beim Umzug wieder aufgetaucht: Das Ringkissen von unserer Hochzeit.

Ein kleiner Schatz: Das Ringkissen von unserer Hochzeit

Ein kleiner Schatz: Das Ringkissen von unserer Hochzeit

Die Stickerei ist Feder-, Stiel-, Platt- und Bouillonstich in Baumwollgarn auf Seide. Auch die Bändchen zum Festknoten der Ringe sind aus Baumwolle.
Damals, als ich das Kissen gemacht habe, fand ich alles furchtbar ungleichmäßig und dilletantisch, aber jetzt beim Wiederfinden hat es mir doch ein bisschen den Atem verschlagen.

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Umzugskisten auszupacken ist ein wenig, wie Archäologie: Man wühlt sich durch Schichten von Zeugs und findet einen Haufen Müll aber ab und an auch echte Schätze. Das Erste, was ich neulich wiederentdeckt habe, ist eine Uraltstickerei; so ziemlich das erste größere Werk, das ich nach der Grundschule angefangen habe, auf jeden Fall aber das älteste erhaltene. Ich muss etwa 15 gewesen sein, als ich es begonnen habe und damals war ich fasziniert von Gobelins. Und von Fabelwesen, wie unschwer zu erkennen ist.

Nixen und Seedrachen

Wie man außerdem sieht, ist das Ganze ohne Vorlage. Nur die Umrisslinien sind grob vorskizziert. Dadurch passten die Stiche natürlich irgendwann nicht mehr zusammen und das war dann auch das Ende von dieser Stickerei. Trotzdem hat sie all‘ die Jahre in irgendwelchen Schubladen überlebt.

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Einen ganz kleinen nur, ein Vögelchen. Genau genommen ist er sogar zu klein. Die Vorlage stammt natürlich wieder von der Glockenkasel aus St. Paul im Lavanttal, deren Muster ich schon seit einiger Zeit nachsticke. Allerdings habe ich hier nicht richtig hingeguckt und dadurch 6 Reihen weniger genutzt, als in der Originalvorlage.

Vogelmotiv nach einer Vorlage aus dem 12. Jahrhundert

Mein Vögelchen – etwas zu kurz, aber niedlich.

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