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Posts Tagged ‘Socken’

Lange nichts mehr geschrieben … Gibt auch nicht viel zu berichten. Was nicht heißen soll, dass nichts passiert wäre. Aber eben nichts, was irgendwie in die Öffentlichkeit gehört. Gewerkelt habe ich auch, aber auch da ist noch nichts präsentables. Das heißt, vielleicht doch:

Fast fertige Kindersocken, aufgenommen in Herzberg 2012

Ein paar Reihen noch, dann sind sie fertig. Im Hintergrund handgesponnene Wolle.

Vom 06. bis 08.07. habe ich das erste Mal bei „Einblick ins Mittelalter“ des Hessischen Ritterbundes teilgenommen. Das Wochenende war – wie auch die Tage vorher – reichlich verregnet und die Besucherzahlen dementsprechend mau. Aber immerhin sind die grauen Kindersocken fertig geworden (Bild folgt) und die hellen ein ganzes Stück gewachsen.

Leider ist mir auf der Veranstaltung auch meine schöne neue Nadel zerbrochen. Aber zum Glück hat sich die alte wieder angefunden, denn – auch das ist eine Erkenntnis – Hainbuche eignet sich gar nicht für die Nadelherstellung. Und am Rand der Wiese wuchs nicht viel anderes (von Brennesseln mal abgesehen).

Auch in anderer Hinsicht war der Ausflug nach Herzberg durchaus erfolgreich. Ich habe nämlich den Stoff für mein Zofenkleid gefunden. Einen weichen Wollstoff, nicht dick aber wunderbar weich und leuchtend rot. 200% Krappfärbung. Den musste ich einfach haben!

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Es dauert zwar lange, weil das Garn so dünn ist (und ich auch nicht gerade furchtbar fleißig war) – aber sie wachsen.

Nachdem das Fußteil fertig ist, habe ich mit dem Schaft angefangen. Dazu ist ein langes Band aus „Luftmaschen“ nötig.

Fußteil mit Schaftansatz

Anfang der Luftmaschenkette

Nachdem die Luftmaschenkette lang genug war, habe ich sie auf der anderen Seite ans Fußteil genäht. Der so gebildete Ring bildet den Übergang zwischen Schaft und Ferse.

Der Schaftansatz wird erkennbar

Jetzt geht es wieder Runde um Runde weiter, bis der Schaft die richtige Höhe hat. Ein paar Runden später sieht das so aus:

Schaftansatz

Die Sockenform ist jetzt ansatzweise erkennbar. Auf dem Bild erkennt man auch gut, wie dünn das Garn ist.

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Die Socken wachsen. Aus den Schnecken sind  zwei fast fertige Fußteile geworden, obwohl ich über Ostern nicht gerade fleißig war. So sehen sie jetzt aus:

Das Rippenmuster ist typisch für viele nadelgebundene Textilien

Ein paar Runden brauche ich allerdings noch, bevor ich mit dem Beinteil beginnen kann. Stricken ginge schneller. Wenn ich stricken würde, wäre ich jetzt vermutlich schon fertig. Aber wie ich schon im vorherigen Post geschrieben hatte, sind die Socken für eine im 12. Jahrhundert angesiedelte Mittelalterdarstellung.  Und für die Zeit fehlt nun mal jeder Hinweis darauf, dass die Technik des Strickens in Mitteleuropa bekannt war oder gestrickte Textilien bis hierher gelangt wären.

Außerdem hat Nadelbindung einen ganz erheblichen Vorteil gegenüber dem Stricken: Es ist viel haltbarer. Nadelgebundene Sachen ribbeln sich nicht wieder auf. Sie bekommen auch keine Laufmaschen. Selbst wenn man ein Loch hineinläuft, passiert nichts weiter, als dass man ein Loch hat, das sich jederzeit wieder stopfen lässt.

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Meine Kinder brauchen bis Pfingsten neue Socken. Normale haben sie natürlich, aber zu einer Mittelalterveranstaltung passen weder Rennwagen, noch Dinos – und Baumwoll-Lycra-Gemisch auch nicht. Und Pfingsten steht die nächste Veranstaltung an.  Also müssen die anderen Projekte erstmal hintenan stehen.

Nun waren Socken im Mittelalter durchaus nicht die einzige Möglichkeit, Füße warm zu halten.
Gut betuchte trugen Beinlinge mit Fußteil.  Auch genähte Strümpfe, die oberhalb der Wade gebunden wurden, waren bekannt, wenn natürlich längst nicht alle so prunkvoll waren, wie diese aus der weltlichen Schatzkammer in Wien:

Zum Krönungsornat gehörende genähte Strümpfe

Diese Strümpfe gehörten zum Krönungsornat.

Der Nachteil dieser Lösungen liegt darin, dass der Stoff schnell durchgelaufen ist. Vielleicht ist das der Grund, warum der Mann aus dem Bocksten-Moor seine Füße zusätzlich mit Fußlappen umwickelt hatte.
Solche Fußlappen waren gleichzeitig die einfachsten Variante, die Füße warm zu halten. Sie bestanden lediglich aus einem Lumpen, der um die Füße gewickelt und mit Bänder fixiert wurde.

An meinen kleinen Chaoten würden Fußlapppen vermutlich keine fünf Minuten halten.  Daher werde ich ihnen nadelgebundene Socken machen.

Nadelbinden ist eine sehr alte Handarbeitstechnik; weit älter als Stricken oder Häkeln. Sie ist eine Mischung aus Nähen und Weben, bei der der Faden mittels einer Nadel in Schlaufen ineinander verschlungen wird. Nadelgebunden sind z. B. Pontifikalstrümpfe des Hl. Germanus (12. Jh.) oder die sog. Socke von Coppergate (10. Jh.).

Meine beiden bekommen Socken aus handgesponnener Wolle. Davon habe ich noch einige Knäule hier; allerdings ist das meiste so fein, dass ich es zweifädig verwende.
Der Anfang ist bereits gemacht: Eine Reihe aus acht Maschen, danach wird in Runden weitergearbeitet und immer an den „Ecken“ zugenommen. Das Ergebnis sieht bisher so aus:

nadelgebundene Zehenkäppchen

Mehr Schnecke als Socke - aber das wird noch

 

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