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Posts Tagged ‘selber machen’

Schon letztes Jahr hatte ich mir eins dieser knöchellangen Kleider gekauft, die man auch in diesem Sommer dauernd sieht. Aus dünnem Denim mit Stufenrock, gesmoktem Oberteil und Spaghettiträgern. Wunderbar zu tragen, jetzt, wo es wieder heiß wurde.

Nur die Träger nervten. Die saßen nämlich zu weit außen und rutschten deshalb immer wieder von den Schultern. Das mag sexy aussehen, ist aber ausgesprochen lästig.
Deswegen hatte ich auch schon letztes Jahr beschlossen, daran etwas zu ändern. Es war ja eigentlich auch ganz einfach; die Träger mussten nur ein kleines bisschen versetzt werden. Aber wie es so ist – irgendwann war der Sommer vorbei und die Träger saßen immer noch an ihrem alten Platz.
Mit der Folge, dass ich mich diesen Sommer (als er dann endlich kam) wieder geärgert habe.

Nur habe ich jetzt etwas unternommen! Den ursprünglichen Plan, die Träger einfach zu versetzen, habe ich allerdings verworfen, weil ich gerne ein Rückenkreuz haben wollte und dafür waren sie einfach zu kurz. Die nächste Idee war, gekaufte Bändchen als Träger zu nehmen. Aber da habe ich nichts passendes gefunden. Statt dessen stieß ich auf Gummibänder. Klingt doof? Sieht aber gar nicht doof aus. Sie passen farblich phantastisch und sehen überhaupt nicht nach Gummi aus.

150cm habe ich gekauft und in vier gleich lange Stücke geschnitten. Dann habe ich den Sitz an der Vorderseite bestimmt und alles festgenäht, dann die linken schräg geführt und parallel zueinander  etwas rechts der Mitte auf dem Rückenteil angenäht. Dann habe ich den äußeren der beiden rechten Träger genommen, am Rücken zwischen den beiden festgenähten Trägern durchgefädelt und dann etwas links der Mitte festgenäht. Danach musste das Ganze nur mit dem verbliebenen Träger wiederholt werden, aber so, dass im Rücken ein kleines Webkreuz entstand.

Am Bügel ist es etwas verschoben, getragen sitzt das Kreuz höher und zwischen den Schulterblättern

Sieht hübsch aus und trägt sich super!

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Vom Spaziergang heute morgen habe ich noch etwas mitgebracht: Äste. Ich brauche nämlich mal wieder eine Neue. Eine neue Nadel zum Nadelbinden. Meine alte Neue ist nämlich zerbrochen. Zum Glück lassen sich diese Nadelbindungsnadeln leicht selber schnitzen. Alles, was man braucht, sind ein gerades, etwa fingerdickes und fingerlanges Aststück, ein scharfes Messer, etwas Leinenzwirn und Öl.

Astabschnitte von Obstbäumen

Die Beute von Heute: Apfel-, Kirsch-, Mirabellen- und Schlehdornholz

Besonders gut eignen sich langsam wachsende Hölzer, etwa von Obstbäumen, weil die sehr dicht sind und nicht fasern. Ungeeignet sind weiche und faserige Holzarten, wie Hainbuche, Fichte oder Pappel. Nach Möglichkeit sollt das Aststück frei von Verzweigungen sein.
Das Holz darf ruhig frisch (grün) sein. Grünes Holz lässt sich leichter bearbeiten, als getrocknetes. Außerdem ist die fertige Nadel so dünn, dass man keine Trocknungsrisse befürchten muss.

Als erstes schält man die Rinde und eventuell doch abzweigende Ästchen ab und kürzt das Aststück auf die gewünschte Länge.

entrindete Aststücke

Das sieht dann so aus.

Danach spaltet man das Aststück der Länge, indem man das Messer in der Mitte der Schnittfläche ansetzt und kräftig darauf drückt. Von diesem Vorgang habe ich kein Bild gemacht, weil mir meine Finger dann doch wichtiger sind.
Im Idealfall hat man jetzt zwei verwendbare Rohlinge. Meist spaltet sich das Holz aber nicht ganz gleichmäßig. Dann macht man am Besten mit dem dünneren Stück weiter.
Wenn man ein sehr dickes Stück Holz verwendet, muss man eines der Stücke eventuell ein zweites Mal spalten.
Ich habe mich ein bisschen ungeschickt angestellt und zuerst einen viel zu dünnen Span abgespalten. Aber zum Glück ließ das Aststück einen zweiten Versuch von der anderen Seite zu. Das Ergebnis war so etwas, wie ein kleines Brett.

So gerade sehen meine Späne sehr selten aus.

Um aus dem Span eine Nadel zu machen, schnitzt man ihn zuerst flacher und glättet die Kanten. Sie sollte am vorderen Ende (der Spitze) etwas schmaler und dünner sein, als an Ende an das später das Öhr kommt.
Bei meinem „Brettchen“ waren die Seiten ebenfalls vorgegeben, weil an der einen Seite ein kleiner Astknubbel saß. An solchen Stellen ist der Ast immer ein bisschen verdickt und das Holz ein wenig härter, so dass es sehr mühsam wäre, das glatt und schmal zu schnitzen. Also muss da das Öhr hin.

Zehn Minuten später ist die grobe Form erkennbar…

… und deutlich schmaler ist sie auch

Weil ich meist mit feinem Garn nadele und meine Nadeln entsprechend schlank mag, habe ich sie noch ein wenig schmaler geschnitzt. So:

Rohform einer Nadelbindungsnadel

Wenn die Nadel so schmal und dünn ist, wie man sie haben möchte, rundet man Spitze und Ende etwas ab. Wenn sich die Spitze nicht glätten lässt, weil das Holz immer wieder aufreißt, kann man versuchen, es durch Feuer zu härten. Dazu hält man die Spitze kurz (!) in eine Kerzenflamme und schabt das verkohlte Holz anschließend vorsichtig ab. Das unverbrannte Holz dahinter ist dichter und fester und (meist) frei von Rissen.

Bei meiner war das zum Glück nicht notwendig, daher konnte ich gleich mit dem Zurichten des Öhrs beginnen. Dazu wird die Spitze des Messers leicht schräg auf der Stelle aufgesetzt, an der später das Öhr enden soll. Die Schneide zeigt Richtung Nadelspitze. Dann bewegt man das Messer mit leichtem Druck hin und her und schabt solange, bis die Messerspitze auf der anderen Nadelseite herauskommt.
Dann dreht man die Nadel um, setzt die Messerpitze in das entstandene Loch und beginnt die Prozedur von vorne.
Auf diese Weise erhält man ein längliches Öhr, das sich durch vorsichtiges Kratzen auf die gewünschte Länge erweitern lässt.

Beim Bohren habe ich zum Schutz meines Oberschenkels eine Spanplatte als Unterlage benutzt.

Anschließend muss das Öhr geschliffen werden, damit sich die Wolle nicht darin verhakt und reißt. Das kann man mit Schmirgelpapier und Feilen machen, meist reicht es aber, das Holz zuerst mit einem Priem oder dem Messerrücken unter vorsichtigem Druck zu verdichten und danach mit einem kräftigen Leinenzwirn glatt zu reiben. Der Zwirn wird dazu durch das Öhr gefädelt, an beiden Enden festgehalten und mit Zug hin und her bewegt.

Wenn das Öhr zufriedenstellend ausgeschliffen ist, kommt die Feinarbeit an der Nadel dran. Auch sie muss noch einmal geglättet werden. Dazu schabt man eventuelle Unebenheiten glatt und legt die Nadel danach auf eine glatte, leicht federnde Unterlage und fährt mit den Messergriff mit wohldosiertem Druck (nicht zu kräftig, damit sie nicht bricht) darüber. Das Holz wird dadurch verdichtet und beginnt zu glänzen.

Jetzt ist die Nadel eigentlich schon fertig und einsatzbereit. Zur Pflege sollte man sie noch mit Öl (am besten mit Leinöl oder einem anderen nicht ranzenden Öl) einreiben. Wer es ganz aufwändig möchte, mischt Bienenwachs darunter. Notfalls tut es aber auch Möbelpolitur.

Geglättet und frisch geölt. Jetzt fehlt ihr nur noch der Feinschliff durch Gebrauch.

So eine Nadel wird mit jedem Gebrauch schöner, weil die Wolle beim Nadelbinden wie eine Hochglanzpolitur wirkt.

Und zum Schluss noch ein Bild vom Werkzeug:

Zur Not tut es sogar ein Kindermesser

Ich kam gerade weder an mein Taschenmesser, noch an das Mittelaltermesser. Da habe ich das meines Sohnes genommen. Nur das Bohren war ein bisschen heikel.

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Der erste Ärmel ist wieder dran.

Nachdem versäubern der Kanten habe ich die Naht sauber abgesteppt, dann den abgeschnittenen Armteil auf rechts gedreht in das offene Armloch geschoben (der Rest war auf links gewendet, wenn man den Pulli auf rechts lässt, muss man den Ärmel auf links wenden!), festgeheftet und den schwarzen Stoffstreifen in der Breite angepasst. Dann ging es wieder von vorne los: Kanten der Unterarmnaht versäubern, Unterarmnaht absteppen, übrige Kanten versäubern, übrige Kanten absteppen.

Der erste schwarze Stoffstreifen ist eingesetzt

Eine schwarze Borte

Und voila! Wieder auf rechts gedreht, sieht das Ganze jetzt so aus:

Die Nähte müssen natürlich noch flach gebügelt werden, aber das mache ich, wenn der zweite Streifen eingesetzt ist. Vielleicht befestige ich die umgeklappte Naht auch noch mit einer Ziernaht, so dass die schwarze Borte optisch etwas tiefer liegt, als der umgebende Stoff. Mal sehen …

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Sauerteig zu bekommen, war mit das erste Problem, das sich mir stellte, als ich begann, Brot selber zu backen (was zwar ein bisschen Zeit braucht, aber leichter und weit weniger aufwendig ist, als anfangs gedacht). In den Rezepten steht oft, dass man den beim Bäcker bekäme.  Aber in der Großstadt einen Bäcker zu finden, der noch selber bäckt, gleicht schon fast der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Hier auf der Ecke gibt es nur Ketten, in denen allenfalls industriell gefertigte Rohbrötchen aufgebacken werden.
Also gab es in der ersten Zeit nur Weizen- und Dinkelmischbrote, weil man die auch ausschließlich mit Hefe zubereiten kann. Aber um mit Roggen zu backen, reicht Hefe nicht. Da braucht man Sauerteig, weil nur der die Stärke ausreichend aufschließt.
Irgendwann entdeckte ich im Supermarkt eine Sauerteig-Starterkultur. Die funktioniert auch sehr gut und zuverlässig. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie fast so schnell arbeitet, wie Hefe: Einfach rein in den Teig, abwarten, backen.

Trotzdem war ich unzufrieden damit, für jedes Brot ein Tütchen Sauerteig-Starterkultur kaufen zu müssen. Das musste doch auch anders gehen. Ich ging dazu über, etwas Teig zurück zu behalten, den mit Mehl und etwas Wasser zu verrühren und bis zum Backen im Kühlschrank aufzubewahren. Das funktionierte meistens ganz gut. Nur in einigen Fällen war der Teig nicht genug durchgesäuert und ging nicht auf.

Und dann kam der Tag, an dem ich vergaß, etwas Teig aufzubewahren. Natürlich hätte ich einfach eine neue Starterkultur kaufen können. Aber ich wollte nicht. Es musste anders gehen. Die Menschen backen schließlich seit mehreren tausend Jahren Brot.
Also habe ich angefangen, mich ein bisschen zu informieren – und siehe da: Es klang ganz leicht. Die meisten Angaben waren sich darüber einig, dass man als Ausgangsmaterialien nur Mehl, Zucker und Wasser. Bei einigen kam noch Hefe dazu. Vor allem schwankten aber die Mengenangaben und genau das war der Punkt, der mir den Mut gab, es selber zu probieren: Wenn die Mengen egal waren, konnte man bei den paar Zutaten wirklich nicht viel falsch machen.
Inzwischen weiß ich, dass es fast unmöglich ist, keinen Sauerteig zu produzieren, wenn man diese Zutaten mischt und ihnen ein bisschen Zeit lässt. Alles, was man sonst noch braucht, ist ein größeres, sauberes Gefäß (ich nehme bevorzugt große Einmachgläser) und etwas Geduld.

Für alle die, die das jetzt auch ausprobieren möchten, hier das „Rezept“:
Ein paar Esslöffel Vollkornmehl (wahlweise Roggen- oder Weizenmehl) mit 1 TL Zucker oder 2 TL Honig mischen und so viel warmes Wasser hinzufügen, dass ein glatter Teig entsteht.
Mit einem sauberen Tuch, einem Stück Gaze oder einem Stück Küchenpapier abdecken, damit nichts hinein fällt. Was es ist, ist ziemlich egal, so lange es sauber und luftdurchlässig ist und drei bis vier Tage an einem warmen! Ort stellen. Das kann die Heizung sein oder das Badezimmer – in modernen Wohnungen eigentlich fast jedes Eck. Mein Sauerteig reift in der Kochwärme vom Herd.
Schon am zweiten Tag sieht man die ersten kleinen Bläschen. Ganz wichtig ist jetzt, den Teig jeden Tag mindestens einmal umzurühren, weil das Mehl zu Boden sinkt und ohne das Umrühren eine Art Faulschlamm bilden würde. Am Ende des dritten Tages blubbert es schon kräftig; ein Zeichen dafür, dass der Teig jetzt reif ist und verarbeitet werden kann. Dazu verknetet man ihn einfach mit einem oder zwei weiteren Löffeln Zucker, Mehl und Wasser zu einem weichen Brotteig, der dann natürlich noch gehen muss (Aber das ist jetzt schon ein anderes Thema. Zum Brotbacken selber schreibe ich sicher auch noch mal was).
Wenn ich den Teig nicht sofort verarbeiten will, „füttere“ ich ihn mit etwas Mehl und stelle ihn in den Kühlschrank. Angeblich hält er sich dort einen Monat. Aber das habe ich noch nicht probiert.

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ein pflaumenfarbenes Langarmshirt

Ich mag es, aber die Arme sind viel zu kurz

Das hier ist eines meiner Lieblingsshirts. Es ist wunderbar weich und ich liebe die Farbe, ein tiefes pflaumenblau, das leider auf dem Foto nicht ganz rauskommt. Leider sind die Ärmel mit der Zeit ein bisschen kurz geworden und reichen inzwischen nicht einmal dann bis zu den Handgelenken, wenn ich die Arme hängen lasse. Trotzdem mag ich mich nicht trennen.

Da hilft nur eins: umarbeiten!

Weil ich per Hand arbeite, wird das etwas länger dauern. Über die Fortschritte werde ich hier regelmäßig berichten.

Zuerst hatte ich überlegt, unten am Arm einen Stoffstreifen oder eine Borte anzusetzen. Aber das würde immer angestückelt aussehen und ich möchte etwas, das sich organisch einfügt. Am Ende soll das Shirt aussehen, als sei es genau so entworfen worden.

Die Ärmel einfach auf T-Shirt-Länge zu kürzen, kommt auch nicht in Frage. Das soll schon ein Langarmshirt bleiben. T-Shirts habe ich genug.

Der neue Plan sieht vor, die Ärmel ungefähr auf einem Drittel des Oberarms abzuschneiden, einen Stoffstreifen in einer kontrastierenden Farbe anzusetzen und dann den abgeschnittenen Ärmel wieder anzunähen.

ein schwarzes Langarmshirt, bei dem das Rumpfteil geschrumpft ist

Das "Spender-Shirt"

Nach kurzem Überlegen habe ich auch den passenden „Spender“ gefunden: Noch ein altes Shirt, das ebenfalls geschrumpft ist, allerdings im Rumpfteil. Bauchfrei sieht bei meiner Figur sowieso nicht sonderlich sexy aus und wenn auch noch ein T-Shirt drunter rausblitzt, wirkt es nur noch albern.

Also habe ich einen Streifen vom Saum des schwarzen Shirts abgeschnitten und vom pflaumenblauen die Ärmel. Dann habe ich den schwarzen Stoffstreifen außen auf den „Restarm“ des pflaumenblauen Shirts geheftet und das Ganze mit Knopflochstichen zusammengeheftet. Knopflochstich deshalb, damit sich der Shirtstoff nicht wieder aufribbelt. Das sieht zwar erstmal nicht hübsch aus, macht aber nichts, die Naht später noch umgeschlagen und festgesteppt wird.

Anheften der Ärmel

Die Ärmel werden mit Knopflochstich (Lagnettenstich) aneinander geheftet

Falls sich jetzt jemand wundert, warum ich sowas per Hand mache, obwohl es mit der Maschine doch viel schneller geht, ist es Zeit für ein Geständnis: Ich kann nicht mit der Maschine arbeiten. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Aber Nähmaschinen hassen mich. Perfekt eingestellte Maschinen ändern ihre Fadenspannung so bald ich sie berühre, machen Schlingen auf der Unterseite oder kruschen den ganzen Stoff zusammen. Deswegen lasse ich sie in Ruhe und nähe per Hand, auch wenn es länger dauert.

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