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Posts Tagged ‘Reenactment’

Eigentlich sollte das hier ein politikfreies Blog werden. Eines, das sich nur mit den schönen Seiten des Lebens beschäftigt. Aber in manchen Fällen werde ich dann doch eine Ausnahme machen. So wie in diesem.

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich nicht nur irgendwelche Handarbeiten mache, sondern viele davon für eine historische Darstellung benötige, in die ich ziemlich viel Recherche stecke.  Ich gehe in Museen, lese Ausstellungskataloge, Fundberichte etc. Ohne das alles wäre ich aufgeschmissen.
Nun plant das Land NRW seinen Haushalt u. a. dadurch zu sanieren, dass es die Mittel für Denkmalschutz und Archäologie bis 2015 vollkommen streicht. Das bedeutet u. a. dass viele Bodendenkmäler undokumentiert zerstört werden, weil das Geld für die nötigen Rettungsgrabungen und ihre Dokumentation fehlt. Genauso werden die Mittel fehlen, die Funde fachgerecht zu konservieren und restaurieren. Bestenfalls verschwinden Funde und Grabungsakten im Magazin, schlimmstenfalls zerfallen sie ganz, wie so viele Textilien, von denen nur Beschreibungen aus dem 19. Jahrhundert existieren, oder die in Stralsund entdeckten Einbäume. Auch die historische Bausubstanz zahlreicher Städte wäre in Gefahr; vor allem die vielen privat genutzten Baudenkmäler könnten nicht mehr saniert werden.

Aus diesem Grund und auch, weil ich diese Sparmaßnahmen für einen irrwitzigen Akt kultureller Barbarei halte, bitte ich jeden, der bis hier gelesen hat, den nächsten Link anzuklicken und bei Open Petition dafür zu stimmen, dass Denkmalschutz und Archäologie auch in NRW weiterhin mit Landesmitteln gefördert werden.

Es geht hier um den – im Vergleich zum mehrere Milliarden Euro umfassenden Gesamthaushalt  bescheidenen – Betrag von 12 Millionen. Das sollte einem Land, das sich den Erhalt von Kulturgütern sogar in die Verfassung geschrieben hat, seine Geschichte allemal wert sein!

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Ein Artikel darüber, was beim Nähen historischer Kleidung beachtet werden sollte – und welche Fehler es unbedingt zu vermeiden gilt. Die Autorin ist zwar im 19. und frühen 20. Jahrhundert unterwegs, die Grundsätze gelten aber genauso für andere Jahrhunderte.

Historical sewing

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Das Mittelalterforum hat die Sperrung rückgängig gemacht. Ich darf wieder mitreden. Dafür ist der Mod, der die Sperrung veranlasst hat, kein Mod mehr.

Nun hoffe ich, dass auch die anderen, von ihm ausgesprochenen Sperrungen überprüft werden, da ich stark vermute, dass nicht nur in meinem Fall eine Überreaktion vorlag.

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Man hat mich heute aus dem Mittelalterforum geworfen. Der Grund: Nachdem in einer Diskussion mehrere Zitate von den Moderatoren unter Hinweis auf mögliche Urheberrechtsverletzung gelöscht wurden, habe darauf hingewiesen, dass ordnungsgemäß gekennzeichnete Zitate keinen Verstoß gegen das Urheberrecht darstellen und erklärt, was ein Zitat von einem Plagiat unterscheidet.

Am nächsten Morgen war mein Account gesperrt.

Eine Begründung gab es nicht (Auch wenn, wie ich jetzt gesehen habe, im betreffenden Thread etwas anderes behauptet wird).

Solche Rauswürfe sind dort kein Einzelfall. Ein Bekannter flog raus, weil er darauf hingewiesen hat, dass „Schatzsuche“ gegen geltendes Recht verstößt. Ein anderes Mitglied wurde offenbar rausgeschmissen, weil es sich in Bekleidungsfragen als beratungsresistent erwiesen hat (dabei treiben sich im Forum diverse bekennende GroMis rum und das Thema schon im LARP-Thread).
Eine Bewertung dieses Verhaltens spare ich mir. Ich denke, die Umstände sprechen für sich.

Ob es allerdings eine besonders gute Werbung für den Forenbetreiber, den Mittelalterladen Mainz darstellt, wage ich aber zu bezweifeln.

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Die Bruoch für meinen Großen ist fast fertig. Nur den Bund muss noch einmal abgesteppt werden, damit er die Form behält und dann müssen die Schlitze für den Bruchengurt geschnitten und versäubert werden. Aber jetzt habe ich vom Nähen eine Blase am Daumen.

Vielleicht sollte ich mich erstmal um einen Bruchengurt kümmern.

Bild gibt es, wenn alles fertig ist.

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Mein Großer braucht eine neue Brouch, weil die Nähte der alten immer wieder ausreißen. Offensichtlich ist sie also zu eng (auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht). Also gut, Brouchen sind zum Glück nicht so schrecklich komplex. Für das 12. Jahrhundert kursieren im wesentlichen zwei Modelle: Der hauptsächlich aus einer Stoffbahn bestehende Thursfieldschnitt und die aus drei Teilen bestehende Rekonstruktion nach Purrucker (hier die Version bei Flinkhand). Darüber hinaus kann man noch prima darüber disputieren, ob nun mit Tunnelzug oder nur gekrempelt …

Als Beleg werden meist die immergleichen Bilder aus der Kreuzfahrerbibel (Maciejowski-Bibel) herangezogen. Aber die ist für meine Darstellungszeit schon zu spät und außerdem habe ich inzwischen so viele Abbildungen von Brouchen gesehen, dass ich nicht mehr daran glaube, dass es den einen richtigen Schnitt gibt.
Gemeinsam ist diesen Abbildungen lediglich der weite Sitz, aber längst nicht alle haben den dicken Taillenwulst, der die Brouchen der Kreuzfahrerbibel auszeichnet. Daher habe ich mich für eine Interpretation entschieden, die sich an der Hose eines nubischen Bischhofs  orientiert. Gefunden habe ich die Abbildung auf der Seite von Marc Carlson, den ich, wie regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, öfter zitiere. Die Hose selbst ist zwar aus dem 14. Jahrhundert und aus Baumwolle, entspricht von der Form her aber durchaus denen des 12. Jahrhunderts. Außerdem ist sie einfacher zu nähen, als der Thursfieldschnitt, der den Einsatz von Dreiecken und einen separaten Bund verlangt und stoffsparender, als die Rekonstruktion von Purrucker.

Die nötigen Maße sind:

  • Bauchumfang: 65 cm
  • Beinlänge ab letzten Rippenbogen: 60 cm
  • Beinumfang: 45 cm
  • Schritthöhe: 20 cm

Alles ist ist locker gemessen, aber noch ohne Berechnung der Nahtzugaben.

Anders, als bei früher genähten Kleidungsstücken, bei denen ich fast ausschließlich Flügelnähte verwendet habe, sollen bei dieser Brouch vorwiegend Kappnähte zum Einsatz kommen.

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Vielleicht hat sich der eine oder andere über den galligen Artikel zur Mittelalterszene gewundert. Was mir so übel aufstößt, lässt sich vielleicht durch zwei Videos illustrieren. Jedes von ihnen zeigt einen Pol dessen, was unter Mittelalterszene oder Mittelalterdarstellung verstanden wird.

Das erste Video ist ein Bericht über einen Markt auf Burg Aggstein. Ich meine, dass die Auswahl der Interviewbeiträge sicher tendentiös war, die Darsteller sich aber letztlich selber. Trotzdem hat sich ein österreichisches „Magazin für erlebbare Geschichte“ darüber echauffiert, dass hier angeblich ein guter Markt schlecht geredet würde.

In dem zweiten Bericht erklärt eine Darstellerin die Anfertigung einer Schreibfeder. Das Video entstand bei einem Living History event von English Heritage auf Kenilworth Castle. Die Darstellerin weiß offensichtlich, wovon sie spricht und ihre Ausrüstung bringt mich zum Träumen (auch, wenn es so gar nicht „meine“ Zeit ist).

Aus meinen Kommentaren wir schon deutlich, wem ich mehr Respekt entgegen bringe. In vielen Mitgliederforen wird jedoch erwartet, dass Darstellern, die ihr Wissen aus Spielfilmen beziehen und den Bau der Pyramiden ins Spätmittelalter datieren mindestens der gleiche Anspruch darauf zugestanden wird, ihr „Wissen“ zu verbreiten und jede Form von Kritik wird damit abgebügelt, dass die ja „nur ihren Spaß“ haben wollen.

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