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Posts Tagged ‘Nonne’

Im Moment stecke ich bis zum Hals in den Vorbereitungen für die nächsten zwei Termine und komme deshalb kaum zum handarbeiten:

Das erste ist ein Auftritt im Rahmen einer Veranstaltung über Heilpflanzen des Hochmittelalters im botanischen Garten in Frankfurt, bei dem ich eine heilkundige Nonne mime, die die Beschwerden einer Reihe von „Patienten“ nach Rezepten aus dem Causae et curae und anderen hochmittelalterlichen Werken behandelt.
Am Tag drauf treten wir mit dem neuen Programm „Sagenhaft“ auf dem Familienfest im Heidelberger Schloss auf. Mein Part ist eine Legende über den heiligen Martin zu erzählen (ein im Mittelalter sehr populäres Thema) und außerdem den Anfang von Hartmann v. d. Aues „Erec“.

Die Legende vom Hl. Martin habe ich schon zweimal erzählt. Die beiden anderen Parts sind vollkommen neu. Aber seit heute abend steht das Konzept für die Sprechstunde, also bleiben vier Tage um Krankeiten, Diagnose und Therapien auswendig zu lernen und an den Details für den Erec zu feilen.

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Gestern bin ich mit dem Nähen des Futters fertig geworden. Heute habe ich das Futter auf den Loden geheftet – und festgestellt, dass die 3 m leichter Wollstoff ein bisschen kürzer waren, als die 3 m Loden. Acht Zentimeter, um genau zu sein.
Anders gesagt: Ich habe an den Seiten 4 cm Loden zu viel. Dafür ist der Futterstoff in der Mitte etwas länger.

Meine erste Reaktion war ein genervtes: „Ach nööö! Nicht schon wieder stückeln.“
Die zweite: „So viel Stoff habe ich gar nicht mehr.“
Die dritte: „Also abschneiden! Weg damit.“

Dann waren aber erstmal andere Dinge wichtiger und als ich den Mantel am Abend wieder in die Hand genommen habe, war die erste Frage: „Warum eigentlich?“ Warum etwas abschneiden, was auch stehen bleiben kann? Klar, die Kante wird dicker werden; ich werde zwei Nähte machen und eventuell an der einen oder anderen Stelle auch einen kleinen Schnitt für den besseren Sitz … Aber vielleicht sorgt das Gewicht auch für einen schöneren Fall.
Vor allem aber erhalte ich mir die Option, den Mantel ein bisschen größer zu machen, indem ich ihn irgendwann wieder auftrenne und innen einen Streifen aus besonders weicher Wolle,  Pelz oder sogar Seide über die Fehlstelle nähe. Wobei Pelz und Seide für eine einfache Nonne natürlich sehr luxeriös wären. Andererseits gab es auch schon im Mittelalter Webpelze. In Schloss Gottorf hängt ein Stück. Das wäre wieder sehr angemessen.

In jedem Fall bin ich jetzt fleißig am sticheln.

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Im Zusammenhang mit meinem Mantelprojekt grüble ich immer noch über den Verschluss. Dabei stellt sich weniger die Frage, ob Tassel oder Fibel, sondern eher ob überhaupt.
Aus dem 12. Jahrhundert kenne ich überhaupt nur eine eindeutige Abbildung eines Tasselmantels.  Die werden erst ungefähr 50 Jahre nach meiner Darstellung richtig modern.
Ende des 12. Jahrhunderts scheinen Mäntel entweder zusammengenäht gar nicht geschlossen zu werden. Bei dieser Dame aus dem Hortus Deliciarum scheint er zugenäht zu sein. Das Gleiche gilt für den des Gnadenbildes aus St. Märgen (auf der Seite runterscrollen).
Aber noch öfter sind auf Abbildungen Damenmäntel zu sehen, die offen getragen oder nur mit einer Hand zusammengehalten werden. Die Nonnen auf diesem Bild (ebenfalls Hortus Deliciarum) jedenfalls scheinen den Mantel ohne Verschluss getragen zu haben. Entweder er liegt locker und offen über den Schultern oder wird – wie bei der Nonne vorne rechts – nur auf einer Schulter getragen und auf der anderen Seite unter der Achsel durchgeführt. Auch die Benedicta trägt den Mantel offen – im Gegensatz zu den Männer, die eine Fibel als Verschluss benutzen. Das Gleiche gilt für die Gräfin von Falkenstein.
Wie allerdings diese klugen Jungfrauen ihren Mantel tragen, ist mir noch unklar. Irgendwie muss er gehalten werden, alles andere widerspräche den Gesetzen der Schwerkraft (vielleicht doch eine Tassel?).

Demgegenüber findet man nur ganz ganz selten auch mal die Darstellung einer Frau mit gefibeltem Mantel (leider bisher nichts verlinkbares).  Männer – und zwar nicht nur Kaiser – werden weitaus öfter  mit durch Fibel oder Fürspan geschlossenen Mänteln gezeigt.
Fibelverschlüsse scheinen also eher Männersache gewesen zu sein, so dass sich die Frage stellt, welche Frauen sie unter welchen Umständen ebenfalls getragen haben. Ich denke, ich werde in Zukunft verstärkt auch darauf achten. Vielleicht lässt sich ja irgendeine Regelmäßigkeit ableiten.

I.ü. ist mir noch eine andere Fundarmut aufgefallen: Obwohl auf Abbildungen des 12. Jahrhunderts Fibeln und Fürspane auftauchen spiegelt sich das nicht in den archeologischen Befunden. Fibelfunde werden üblicherweise entweder ins 11. oder 13. Jahrhundert datiert. Ganz ausnahmsweise taucht auch mal eine Datierung für den Anfang des 12. Jahrhunderts auf. Aber dann kommt eine Lücke von etwa 75 Jahren!
Ich habe mal einen Archeologen gefragt, woran das liegen könne. Aber der wusste auch keine Antwort, sondern meinte nur, es könne sein, dass man die Fibeln des 11. bis ins ausgehende 12. Jahrhundert getragen habe.
Aber vielleicht hat ja jemand noch eine andere Erklärung?

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