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Posts Tagged ‘Klostermedizin’

Es gibt noch welches! Offensichtlich habe ich die Blütezeit nicht ganz verpasst? Warum das wichtig ist? Um Öl anzusetzen.

In meiner Kindheit habe ich den Großteil der Sommerferien im Schwarzwald verbracht. In der Küche des Bauern stand immer ein großes Glas mit in Öl eingelegten Johanniskrautblüten auf dem großen Küchenschrank neben dem Herd. Über die Wochen färbte sich das Öl langsam von hell zu blutrot. Wenn es diesen Farbton erreicht hatte, wurde es abgeschöpft und galt dann als Wundermittel gegen Verrenkungen, Verstauchungen, Rheuma usw. bei Mensch und Tier. In der Klostermedizin wird es sogar als Mittel gegen Herpes empfohlen.

Mein Mann wird es zwar missbilligen, dass ich jetzt noch etwas ansetze, weil wir demnächst umziehen wollen – aber gerade nach einem Umzug kann man ein Mittel gegen allerlei Muskelschmerzen ganz gut brauchen. Von meinen ohnehin ständig verspannten Schultern mal gar nicht zu reden.

Johanniskraut

Gerade genug für ein Glas

Also habe ich mitgenommen, was so da war, die Blüten und die weichen Blätter abgerupft und in ein Honigglas mit weitem Rand geschichtet. Man könnte das Öl zwar auch in einer Flasche ansetzen, was zweifelsohne dekorativer aussähe, aber dann wird es schwierig, die Blüten und Blättchen nachher wieder rauszubekommen. Daher also lieber ein Glas.

Das Glas mit den abgerupften Johanniskrautblüten wird mit Öl aufgefüllt

Jetzt so viel Öl dazu, dass alles gut bedeckt ist

Anschließend wird Olivenöl draufgegossen, bis alles gut bedeckt ist. Dann kommt ein Deckel drauf und das Glas an einen warmen Ort. Bei mir ist es die Fensterbank. Da darf es die nächsten Wochen stehen. Vielleicht stelle ich ab und an ein Bild rein, um zu zeigen, wie sich das Öl allmählich verfärbt.

Glas mit Johanniskraut und Öl

Sieht fast aus wie Pesto, schmeckt aber nicht.

 

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