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Posts Tagged ‘Kleidung’

Eigentlich sollte mein nächstes Kleid ja eines aus pflanzengefärbter Wolle sein. Aber der Weg zur Hölle ist bekanntermaßen mit guten Vorsätzen gepflastert und als es letztes Jahr bei Ikea Seide für 3,- € den Meter gab, die aussieht, als sei sie mit Rotholz (rot mit Blaustich) bzw. Krapp (orange) gefärbt, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen. Damals hatte ich zwar noch kein konkretes Projekt im Kopf, aber frau kann ja nie genug Stoff haben …
Als es jetzt an die Planung für ein Zofenkleid ging, habe ich beschlossen, darauf zurück zu greifen, auch wenn das Kleid dadurch deutlich edler wird, als ursprünglich angedacht.

Meine erste Idee sah so aus:

Die rote Dame 1Die Schraffur um die Taille soll eine Smokarbeit andeuten. Eine gesmokte Taille fände ich superchic und ich meine auch, sowas mal an einer Skulptur gesehen zu haben. Leider konnte ich die Abbildung nicht wieder finden, sondern lediglich gesmokte Ärmel bei Untergewändern.
Überhaupt war mal wieder eins der Probleme, dass eine anständige, gut gekleidete Dame im 12. Jahrhundert offenbar nicht ohne Mantel oder Schleiertuch in die Öffentlichkeit ging und entsprechend auch nicht ohne solchen abgebildet wurde. Außerdem hängt auf den mantellosen Abbildungen oft ein Ärmel. Daher sind die sichtbaren Taillen ziemlich rar. Bei denen, die ich gefunden habe, gab es im wesentlichen drei Variationen: geschnürt, mit sichtbarem Gürtel und mit verdecktem Gürtel. Aber lediglich an einer italienischen Skulptur, ließ sich mit viel gutem Willen eine Smokarbeit herauslesen. Als Beleg für gesmokte Taillen ist mir das ein bisschen zu wenig.

Und wenn ich ehrlich bin, sollte ich bei meiner Figur vermutlich ohnehin darauf verzichten, die Taille zu sehr zu betonen.
Schnüren möchte ich auch nicht. Nicht nur, weil bereits zwei unserer Damen Schnürung tragen, sondern auch, weil ich der Meinung bin, dass geschnürte Kleidung Ende des 12. Jahrhunderts ein Auslaufmodell darstellt.
Also wird es wohl doch wieder was mit einfacher Linienführung. Das Vorderteil will ich unterhalb des Ausschnitts ein bisschen fälteln, um die Weite zu regulieren und einen schöneren Fall zu bekommen.

Auch die Ärmel müssen gegenüber dem ersten Entwurf etwas kürzer werden und sollten ein Stück oberhalb des Handgelenks enden. Auf diese Weise sind sie nicht ganz so sehr im Weg. Aber wie schon im ersten Entwurf angedeutet, will ich sie mit blauer Seide füttern.
Das Ergebnis wird dann hoffentlich ungefähr so aussehen:

Die rote Dame 2

Nachsatz v. 29.12.12:
Leider ist beim Umzug anscheinend der Karton mit den Seiden (10 m rot, ca. 4 m chinesische in rostorange und 3 m weiß) weggekommen. Als ich nämlich gestern mit dem Zuschneiden anfangen wollte, war er nicht da, wo er sein sollte und inzwischen fällt mir auch kein Winkel mehr ein, in dem er sich versteckt haben könnte. Alles, was ich gefunden habe, war ein großes Stück blauviolette Seide, die ich eigentlich als Futterstoff für einen (in ferner Zukunft geplanten) Adelsmantel nehmen wollte, weil blau so gar nicht meine Farbe ist. Aber wie es aussieht werde ich wohl doch blau machen müssen.

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Aller guten Dinge sind bekanntlich drei und das Dritte, was mir aus einer der Umzugskisten entgegenlachte, ist tatsächlich ein kleiner Schatz: Eine halbfertige Samtkappe. Gut, das Samtteil kann man nur wegschmeißen, da habe ich mich beim Zuschnitt verrechnet und beim Nähen gemurkst – aber das Band …

Drachenband

Leider ist das Bild etwas unscharf

Ich habe diese Kappe vor ein paar Jahren angefangen, als ich gerade eine „Mützenphase“ hatte. Aus den meisten ist nie etwas geworden und dieses hier habe ich nicht einmal erinnert. Vielleicht weil ich mit dem Deckel nicht zurande gekommen bin. Vielleicht war mir das Band aber auch zu dunkel, zu breit oder zu schmal – ich weiß es nicht. Jedenfalls hatte ich seine Existenz vollkommen vergessen.
Dabei ist die Stickerei wunderschön: halber und ganzer Kreuzstich auf Baumwollnessel; teilweise ist neben dem gelben Faden goldenes Lurexgarn mit verstickt worden. Die Wirkung ist umwerfend.

Hier noch mal ein paar Details:

Drachenband1Drachenband3Drachenband4Der Deckel muss natürlich weg, was aber auch kein Problem ist, weil er nur mit wenigen Stichen in Maschinennaht festgeheftet ist. Der Rest hängt noch an Stecknadeln. Und dann steht einer neuen Kappe nichts im Weg.

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Ein Artikel darüber, was beim Nähen historischer Kleidung beachtet werden sollte – und welche Fehler es unbedingt zu vermeiden gilt. Die Autorin ist zwar im 19. und frühen 20. Jahrhundert unterwegs, die Grundsätze gelten aber genauso für andere Jahrhunderte.

Historical sewing

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Wer in diesem Blog mitliest, weiß, dass ich irgendwann mal ein Shirt zerschnitten habe, um bei einem anderen die Ärmel zu verlängern. Nun, beide Shirts gibt es noch. Auch das abgeschnittene. Nur ist es mir jetzt erst recht zu kurz; der verbleibende Stoff des Rumpfteils bedeckt gerade noch den Busen. Trotzdem finde ich es nach wie vor zu schade zum Wegschmeißen und habe deshalb schon vor längerem beschlossen, ihm neues Leben einzuhauchen.

Nur wie? Das war lange Zeit die Frage. Ich habe damit geliebäugelt, vorne und hinten je ein neues Stoffstück anzusetzen und beide mit einer seitlichen Schnürung zu verbinden. Eine andere Idee war, etwas im Empire-Stil daraus zu machen, Bändchen unter dem Busen und darunter einen faltenreichen Musselinstoff …
Beides sehr reizvolle Ideen, aber für meine Figur suboptimal. Das heißt, die Idee mit dem Bändchen gefällt mir weiterhin, aber statt des Musselins habe ich beschlossen, Häkelspitze zu nehmen.
Auch die Ärmel sollen wenigstens im unteren Teil durch Häkelspitze ersetzt werden. An der richtigen Länge knobele ich momentan noch: Erst unterhalb des Ellenbogens oder lieber schon ab halber Länge Oberarm.

Alles natürlich selbstgehäkelt, alles andere wäre ja langweilig. Häkelschriften habe ich zuhauf rumliegen. Schwarzes Häkelgarn (Nadelstärke 1,75 – 2) ist auch vorhanden. Fehlt nur noch die nötige Zeit. Das wird nämlich wieder so ein Projekt aus der Kategorie „Ich hab‘ ja sonst nichts zu tun“.

Aber wenn mal wieder eine längere Autofahrt ansteht und ich nicht selber fahren muss …

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In den letzten Tagen habe ich die Kanten des Gürtels mit blauem Seidengarn abgesteppt. Mit dem Ergebnis bin ich nicht so ganz zufrieden; die Stiche hätten sowohl von der Länge, als auch von der Richtung doch ein bisschen gleichmäßiger sein können. Andererseits ist es auch nicht so schlimm, dass es sofort ins Auge fällt.

Jetzt fehlen noch die gestickten Applikationen. An denen arbeite ich noch.
Zusätzlich überlege ich, zwischen den Applikationen Perlen aus Halbedelsteinen aufzunähen. In der Töngesgass gibt es einen Laden, der auch winzige Kügelchen aus Lapislazuli, Bergkristall, Amethyst etc. führt. Lapis und weiße Perlen sähen bestimmt sehr hübsch aus.
Und dann steht auch noch die Idee im Raum, den Gürtel auf ganzer Länge im Waffelmuster abzusteppen. Aber das wäre in jedem Fall ein Winterprojekt.

Falls ich beschließe, auf der Veranstaltung am 18. August eine höfische Rolle einzunehmen, hätte ich jedenfalls schon mal den passenden Gürtel. Aber vermutlich bleibe ich bei der Darstellung einer gottgefällig schlichten Nonne. Schließlich muss ich da nur erzählen und niemanden schminken.

 

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Hier das angekündigte Foto des gestern fertig gewordenen Seidengürtels:

krapp-orange farbener Seidengürtel

210 cm lang, 3,5 cm breit und noch sehr schlicht

Auch wenn die Stepparbeiten und die Applikationen noch fehlen, wirkt er allein aufgrund des Materials sehr edel.

Übrigens ist auch das hier alles Handnaht. Nähte wie diese sind mit der Maschine unmöglich.

Beinahe unsichtbar: Die Naht aus Überwendlingsstichen

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Der Gürtel für die Zofendarstellung nimmt Gestalt an! Als Grundmaterial habe ich krapp-orangefarbene Seide genommen, doppelt gelegt und mit Überwendlingsstichen zusammengenäht. Innen läuft ein Streifen Leinen und verstärkt das Ganze zusätzlich.
Schon das verwendete Material hätte im 12. Jahrhundert den hohen Stand der Trägerin verraten.

210 cm ist er lang geworden, d. h. er lässt sich nicht nur zu einem schönen Knoten binden, sondern die Enden hängen auch noch höchst dekorativ herunter.
Aber so kann das natürlich nicht bleiben. Noch rollt er sich beim Binden zusammen und würde damit über kurz oder lang wie ein zusammengeknautschter Bademantelgürtel aussehen. Damit das nicht passier, müssen wenigstens die Seiten abgesteppt werden. Vermutlich werde ich aber den ganzen Gürtel rautenförmig mit einen farblich kontrastierenden Faden absteppen. Ich bin mir nur noch nicht ganz schlüssig, ob ich dafür blau oder doch lieber gelb nehmen soll. Momentan tendiere ich zu blau, weil zum Schluss noch die Kreuzstickereien auf die Enden appliziert werden sollen.

So bald der Akku des Fotoapparats wieder aufgeladen ist, gibt es auch Bilder..

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