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Endlich ist wieder Kürbiszeit. Ich mag Kürbisse und finde sie zum Laternenschnitzen viel zu schade (da nehme ich dann lieber gleich das Original, nämlich eine Rübe. Daraus wurden in Irland die Lampen zum All Hallows‘ Eve geschnitzt. Erst in Amerika wurde daraus der Halloweenkürbis, aber das nur am Rande). Heute gibt es also Kürbisgnocci. Das Rezept ist ein bisschen aufwändiger, aber das Ergebnis ein echter Seelenschmeichler. Dazu brauche ich für 2 hungrige Menschen:

1 kleiner Hokkaidokürbis (ca. 900 g)
1 Ei
3
EL Kartoffelpüreepulver
5 – 6 EL Mehl
100 g durchwachsenen Speck (wer keinen Speck mag oder darf, kann ihn durch 50 g Butter ersetzen)
3 EL Walnusskerne
frischen Rosmarin (3 – 6 Zweige, je nach Länge)
frischen Parmesan (ersatzweise schmeckt auch uralter Gouda)
Grieß
Salz, Pfeffer, Muskat

Zuerst halbiere ich den Kürbis, kratze die Kerne und das ganze weiche Zeug mit einem Esslöffel raus und schneide ihn dann in ca 2 cm breite Spalten. Die Spalten werden geschält und im Ofen bei 180° ca. 50 Min. auf zweiten Schiene von oben gebacken (im Originalrezept heißt es, man solle den Kürbis auf der Haut backen und diese dann abziehen, aber das klappt bei Hokkaidos nicht. Die Haut ist viel zu dünn.  Also wird geschält. Die Schalen werfe ich übrigens nicht weg – genauso wenig, wie das Innere – sondern benutze sie zusammen mit anderen Gemüseresten als Basis für eine Gemüsebrühe).

Nach dem Backen sollten die Kürbisspalten weich und relativ trocken sein. Je trockener, desto besser. Deshalb lasse ich sie im ausgeschalteten Ofen auf dem Blech ausdampfen.
Nach dem Auskühlen kommen die Kürbisspalten in eine Schüssel und werden mit dem Kartoffelstampfer zerdrückt. Alternativ kann man sie auch durch eine Spätzlepresse drücken. Das Püree schmecke ich kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat ab, bevor ich es mit dem Ei und dem Kartoffelpüreepulver zu einem glatten Teig verrühre. Der Teig sollte nicht an den Händen kleben, falls er das doch tut, binde ich ihn mit Mehl ab.

Anschließend rolle ich den Teig auf einer bemehlten Fläche zu ca. 5 cm dicken Strängen, schneide diese in ca. 2 – 3 cm dicke Scheiben und forme daraus die Gnocchi. Wenn der Teig zu weich ist (wie es heute der Fall war), sollte man nicht versuchen, ihn mit Mehl „stabiler“ zu bekommen. Das führt nur dazu, dass die Gnocchi nachher zäh werden und fad schmecken.  In solchen Fällen steche ich mit einem Teelöffel kleine Häufchen ab und rolle sie zwischen den Handflächen zu länglichen Klößchen. Das klebt zwar ziemlich, garantiert aber lockere, leckere Gnocchi.
Die fertigen Nocken lagere ich bis zur weiteren Verarbeitung auf einem mit Grieß ausgestreutem Backblech. Dann sabschen sie nicht so und kleben nirgends fest.

Danach zupfe ich die Rosmarinnadeln von den Stängeln, hacke die Walnüsse, schneide den Speck in Würfel und reibe den Käse, denn nachher muss alles ziemlich gleichzeitig gehen (Wenn man keine Hilfe hat, ist es außerdem eine gute Idee, jetzt schon den Tisch zu decken). Dann lasse ich den Speck mit ein bisschen Öl bei niedriger Temperatur in einer großen Pfanne aus.

Gleichzeitig nehme ich meinen größten Topf, bringe darin Wasser zum Kochen, salze es und werfe die Gnocchi nach und nach hinein.  Sie gehen erstmal unter, tauchen aber nach einiger Zeit wieder auf und sind dann fertig für den nächsten Schritt.
Die fertigen Gnocchi werden mit der Schaumkelle rausgefischt, dürfen ein bisschen abtropfen und kommen dann in eine Schüssel. (Dieser Arbeitsschritt ist der anstrengendste, weil man ständig damit beschäftigt ist, Gnocchi ins Wasser zu schmeißen und andere rauszuangeln.)

Nebenbei werfe ich auch noch die Rosmarinnadeln und die gehackten Nüsse in das Speckfett (wer statt Speck Butter verwendet, sollte diese spätestens jetzt in der Pfanne auslassen).

So bald alle Gnocchi aus dem Wasser sind, kommen sie in die Pfanne und werden kurz in der Rosmarin-Walnuss-Speck/Butter-Mischung durchgeschwenkt und sofort serviert. Käse nimmt sich jeder nach Geschmack selber.
Dazu passt ein Feldsalat ganz wunderbar.

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