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Posts Tagged ‘Halbkreismantel’

Der Bericht zum Projekt Halbkreismantel ist durch zwei Fotos ergänzt worden:

Bei (Teil 3) ist ein Foto der gestückelten Unterkante dazu gekommen, bei  (Teil 7) eines vom Matratzenstich.

Ein Foto des fertigen Mantels kommt hoffentlich auch bald dazu.

 

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Fertig! Obwohl ich gestern abend eine lange Seitennaht wieder auftrennen musste, weil ich das Futter zu „stramm“ gezogen hatte. Dadurch bildete der Oberstoff unschöne Beulen, weil er entlang der Naht nach oben und nach innen gezogen wurde.

Aber nachdem ich alles aufgetrennt und neu (und lockerer) festgesteckt habe, ist der Mantel im zweiten Anlauf problemlos fertig geworden. Am Nachmittag habe ich die Naht bis auf ein ca. 20 cm langes Stück neu genäht. Danach mussten mal wieder die Wohnzimmermöbel Platz machen, damit ich die gestückelten unteren Kanten zurecht schneiden konnte. Anschließend wurde alles gewendet und das noch offene Stück im Matratzenstich geschlossen.

Abwechselnd durch eine Lage Futter und Oberstoff stechen und festziehen

Matratzenstich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut, perfekt ist eine andere Kategorie. Die Nähte müssen noch ein zweites Mal mit etwas Abstand zur Verbindungsnaht abgesteppt werden, damit die Stofflagen nicht gegeneinander verrutschen, was besonders an der Oberkante gerne passiert.
Ich würde außerdem gerne ein schmales Ripsband oder eine andere Blende aufnähen.

Aber schon jetzt kann man ihn tragen und morgen, beim Fotoshooting werde ich ihn das erste Mal ausführen.

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Vorgestern habe ich – wie beschrieben – begonnen, Futter und Oberstoff zusammen zu nähen. Dazu habe ich die Stoffe „auf rechts“ aufeinander gelegt, d.h. im Moment liegen die Seiten, die später nicht zu sehen sind außen. Genäht wird mit Vorstichen; lediglich die Fadenenden sichere ich durch einige Rückstiche.
Die Kanten werden nicht versäubert. Das widerspricht zwar meinem Gefühl für „ordentliches Nähen“, war aber nach meinem Wissen im Mittelalter üblich. So wurden z.B. die Nähte des Mantels aus der Dorfkirche von Tempelhof auch nicht versäubert.

Zu diesem Mantel, den ich bisher nur aus einer NESAT-Publikation kannte, habe ich jetzt auch im Netz einen interessanten Aufsatz gefunden. Er steht in der Januar-Ausgabe von 1996 der Publikationen des Vereins für Berliner Geschichte auf Seite 86. Sehr spannend finde ich hier insbesondere die Annahme, dass der Loden als Futterstoff und der Schleierstoff als Obermaterial gewesen ist, weil es nach meiner Intuition genau anders herum sein müsste. Von daher finde ich die Spekulation über ein zusätzliches, mit Bronzeröllchen dekoriertes Schleiertuch als Schmuckelement durchaus nachvollziehbar. Traurig ist nur, dass die Stücke schlecht erhalten sind und daher mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten.

Mein eigener Mantel geht inzwischen in die Zielkurve. Spätestens morgen werde ich ihn wenden und die offene Lücke verschließen.

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Gestern bin ich mit dem Nähen des Futters fertig geworden. Heute habe ich das Futter auf den Loden geheftet – und festgestellt, dass die 3 m leichter Wollstoff ein bisschen kürzer waren, als die 3 m Loden. Acht Zentimeter, um genau zu sein.
Anders gesagt: Ich habe an den Seiten 4 cm Loden zu viel. Dafür ist der Futterstoff in der Mitte etwas länger.

Meine erste Reaktion war ein genervtes: „Ach nööö! Nicht schon wieder stückeln.“
Die zweite: „So viel Stoff habe ich gar nicht mehr.“
Die dritte: „Also abschneiden! Weg damit.“

Dann waren aber erstmal andere Dinge wichtiger und als ich den Mantel am Abend wieder in die Hand genommen habe, war die erste Frage: „Warum eigentlich?“ Warum etwas abschneiden, was auch stehen bleiben kann? Klar, die Kante wird dicker werden; ich werde zwei Nähte machen und eventuell an der einen oder anderen Stelle auch einen kleinen Schnitt für den besseren Sitz … Aber vielleicht sorgt das Gewicht auch für einen schöneren Fall.
Vor allem aber erhalte ich mir die Option, den Mantel ein bisschen größer zu machen, indem ich ihn irgendwann wieder auftrenne und innen einen Streifen aus besonders weicher Wolle,  Pelz oder sogar Seide über die Fehlstelle nähe. Wobei Pelz und Seide für eine einfache Nonne natürlich sehr luxeriös wären. Andererseits gab es auch schon im Mittelalter Webpelze. In Schloss Gottorf hängt ein Stück. Das wäre wieder sehr angemessen.

In jedem Fall bin ich jetzt fleißig am sticheln.

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Gestern abend habe ich das Mantelfutter fertig zugeschnitten und dabei einmal mehr festgestellt, warum Halbkreismäntel etwas für Privilegierte war. Den Loden für die Außenseite hatte ich bei einer Freundin zugeschnitten, die offenbar ein etwas größeres Wohnzimmer besitzt. Bei mir musste ich erstmal sämtliche Möbel beiseite rücken – und selbst danach war es noch sehr eng. In einer Bauernkate – wie sie z.B. im Freilichtmuseum Düppel rekonstruiert wurden, wäre vermutlich nicht genug Platz gewesen.

Das Futtermaterial ist feine, leinwandbindige Wolle. Sie ist bereits vorgewaschen und dabei ganz leicht angefilzt, aber trotzdem beinahe durchsichtig, so dass man sie beinahe als Schleiertuch verwenden könnte. Für ein Kleid wäre sie mir beinahe zu leicht. Zusammen mit dem Loden dürfte sie aber auch bei kühlen Temperaturen warm halten.

Ansonsten ist alles wie gehabt, d.h. ich bemühe mich auch dieses Mal materialsparend zu arbeiten, die Nähte werden wieder als Elisabethnaht ausgeführt und ich werde an den Seiten des Mittelstücks und unteren Saum anstückeln.

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Gestern Nacht ist die Außenseite des Mantels weitgehend fertig geworden. Zwar muss die Rundung bei den angestückelten Teilen nachgearbeitet und das abgeschnitten werden, was übersteht, aber dann kann ich mit dem Futter weitermachen. Den Stoff dafür habe ich schon analog der Außenseite in zwei 75 cm breite Bahnen geschnitten.

Alles in allem ein guter Zeitpunkt für ein Zwischenfazit.

Als erstes fällt auf, dass Webkanten heute auch nicht mehr sind, was sie früher waren. Im Mittelalter waren die Webkanten besonders fest gewebt und wohl auch sehr gerade. An modernen (Woll-)Stoffen sind sie teilweise lockerer als der Stoff selber (z.B. bei dem für die Außenseite verwendeten Loden) und unregelmäßig bogig geschwungen. Entsprechend unregelmäßig ist auch die Naht. Tja …
Im Ergebnis war es nicht die beste aller Ideen, die Webkante mitzuverwenden.

Und noch etwas nervt an modernen Webkanten: Wahrscheinlich, um die lockere Webkante zu verstärken, wurden in beide von mir verwendeten Stoffe Fäden aus anderen Materialien eingewebt. Beim Loden war es wohl ein Baumwollmischgewebe, beim Wollstoff für das Futter ein Nylonfaden.
Diese Fäden zu entfernen war extrem lästig, was einen weiteren Grund liefert, die Webkante beim nächsten Mal einfach abzuschneiden.

Aber etwas Positives habe ich auch: Elisabethnähte gewinnen deutlich an Reiz, wenn man mit kleinen, eng aneinander sitzenden Stichen arbeitet.

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Seit gestern nähe ich wieder am Mantel.

Der Entschluss, so wenig Stoff wie möglich zu verbrauchen, führt  dazu, dass die untere Kante ein ziemliches Gestückel aus insgesamt acht Teilen wird. Der Verschnitt reicht so gerade eben und die Nahtführung wird alles ander als elegant aussehen. Dafür wird aber auch wirklich nichts verschwendet.

So sieht die zusammengestückelte Kante aus:

Die aus acht Stoffstücken zusammengesetzte Unterkante vor dem Festnähen und Zuschneiden

Das wird mal die untere Kante

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich muss die noch in einem schönen Bogen zugeschnitten werden. Aber das kommt erst nach dem Nähen.

 

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