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Posts Tagged ‘Gürtel’

Auch wenn ich lange nichts mehr geschrieben habe, war ich nicht ganz untätig, sondern habe meinem Jüngsten eine neue Brouch genäht. Als Vorlage für den Schnitt musste mal wieder die des afrikanischen Bischofs herhalten – wobei ich inzwischen gelernt habe, dass im Kaukasus, genau gesagt: in Moscevaja Balka, eine ganz ähnliche Hose ausgegraben wurde, die ins Frühmittelalter datiert wird. Ich will daraus jetzt keine Kontinuität herleiten, aber offensichtlich ist man zu verschiedenen Zeiten und an sehr verschiedenen Orten ungefähr auf die gleiche Lösung gekommen. Damit hat dieser Schnitt in meinen Augen aber mindestens die gleiche Berechtigung, wie die Rekonstruktionsvorschläge von Thursfield und Purrucker.

Für Kinder muss der Schnitt allerdings angepasst werden, weil sonst aufgrund der unterschiedlichen Proportionen eine Hüfthose herauskommt, die keiner Bildvorlage entspricht. Deshalb wird oberhalb der Beine nochmal ein Stoffstreifen angenäht.

Kinderbrouch aus Leinen

Kinderbrouch aus Leinen

Jetzt brauche ich (bzw. braucht die Brouch) noch einen Gürtel. Also eine neue Gelegenheit, brettchenweben zu üben. Da ich keinen passenden Webstuhl habe und nirgends etwas, um die Kette festzubinden, habe ich kurzerhand ein Webbrett aus einem übrig gebliebenen Regalboden improvisiert. Weitere Materialien: eine Klemme, ein Duschvorhang-Ring, ein Gummiband, etwas Paket-Klebeband und etwas Paketschnur.

Webbrett_

Das entbehrt zwar jeder historischen Vorlage, weshalb ich es auch nur zuhause verwenden kann. Aber es ging schnell. Die Kette aufzuziehen hat länger gedauert.

 

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Endlich, ist auch das A-Muster geknackt. Allerdings musste ich es von der Mitte her aufbauen. Das Problem ist nämlich, dass die As in den Ecken einen Tick kleiner sind, als die am Rand und auch nur die einander gegenüberliegenden Rand-As gleichgroß sind. Aber nachdem diese kleinen, fiesen Geheimnisse nun keine mehr sind, kann ich es künftig auch vom Rand her beginnen.

geometrisches Muster aus der Borte der Glockenkasel von St. Paul im Lavanttal

Das ist es: Das A-Muster. Mit einer 1-Cent-Münze daneben, um die Größe zu zeigen.

Damit sind jetzt die geometrischen Muster von der Glockenkasel aus St. Paul im Lavanttal komplett.

Was noch fehlt, sind der kleine Vogel, die Mäanderborte und die Rankenborte. Aber die sind im Vergleich schon fast einfach. Mäander sind per se simpel und die anderen beiden verlangen in erster Linie zeichnerisches Talent.

Irgendwann werde ich die Kasel hoffentlich einmal komplett sehen. Ich wüsste zu gerne, wie sie im Original aussieht und welche Muster noch darauf sind.

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In den letzten Tagen habe ich die Kanten des Gürtels mit blauem Seidengarn abgesteppt. Mit dem Ergebnis bin ich nicht so ganz zufrieden; die Stiche hätten sowohl von der Länge, als auch von der Richtung doch ein bisschen gleichmäßiger sein können. Andererseits ist es auch nicht so schlimm, dass es sofort ins Auge fällt.

Jetzt fehlen noch die gestickten Applikationen. An denen arbeite ich noch.
Zusätzlich überlege ich, zwischen den Applikationen Perlen aus Halbedelsteinen aufzunähen. In der Töngesgass gibt es einen Laden, der auch winzige Kügelchen aus Lapislazuli, Bergkristall, Amethyst etc. führt. Lapis und weiße Perlen sähen bestimmt sehr hübsch aus.
Und dann steht auch noch die Idee im Raum, den Gürtel auf ganzer Länge im Waffelmuster abzusteppen. Aber das wäre in jedem Fall ein Winterprojekt.

Falls ich beschließe, auf der Veranstaltung am 18. August eine höfische Rolle einzunehmen, hätte ich jedenfalls schon mal den passenden Gürtel. Aber vermutlich bleibe ich bei der Darstellung einer gottgefällig schlichten Nonne. Schließlich muss ich da nur erzählen und niemanden schminken.

 

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