Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Beilage’

Im Kühlschrank war noch ein angebrochenes Glas Sauerkirschen von dem ich wirklich nicht erinnern kann, wer es wann und wozu angebrochen hat. Aufessen wollte es aber auch keiner. Gute Voraussetzungen für ein Kochexperiment.

Mein „Dreihundertjähriges Deutsches Klosterkochbuch“ verzeichnet unter der Nr. 51 ein Rezept für Ein Muß von Morellen. Darin heißt es:

Nimm fürs Erste die Kerne aus den Morellen und stoße Letzere in einem Mörser klein, thue darunter Weißbrod, stoße es wol durcheinander und nimm darunter einen Wein und mache oder rühre es flugs durcheinander, reibe es durch ein Sieb, thue es in einen Topf, mache es nit zu dicke und nit zu dünne, rühre es wol ab, thue darein Zucker oder Honig, würze es ab mit Safran und mit der vorgenannten Würze (das vorherige Rezept nennt Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskatblumen, Zimt und Muskat), koste es zu rechter Maaße und richte es an, dann bestreue es mit Zucker und giebs hin.

Statt sie im Mörser zu zerstampfen, habe ich die abgegossenen Kirschen mit dem Zauberstab zermust und anstelle von Weißbrot habe ich Semmelbrösel genommen. Warum erst etwas zerstampfen, wenn man es schon klein hat.
Danach habe ich mich allerdings ans Rezept gehalten. Na gut – abgesehen von der Tatsache, dass das Rezept verschweigt, dass man die passierte Sauce noch erhitzen muss, damit daraus ein Mus wird. Erst durch das Kochen dickt das Brot das Mus an.

Das fertige Mus schmeckt ungewohnt, aber lecker. Es gäbe bestimmt eine interessante Beilage zu Grillfleisch oder Kurzgebackenem. Aber ich werde es vermutlich am Mittwoch zu Pfannkuchen servieren.

 

Und wer sich jetzt wundert, wieso das „Dreihundertjährige Deutsche Klosterkochbuch“ etwas mit Mittelalter zu tun haben soll: Das Buch ist ein Reprint eines Buchs von 1856, das wiederum auf ein Manuskript verweist, das beim Abbruch des zur Zeit der Reformation verlassenen Klosterst St. Paul bei Leipzig in einer zugemauerten Nische gefunden worden sein soll.

Advertisements

Read Full Post »