Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘aufarbeiten’

Da ich gerade mal wieder in einer Diskussionsrunde das Thema hatte: Mittelalterliche Kleidung für Kinder herzustellen ist nicht aufwändiger, als modernen Kram zu nähen. Die Sachen sind auch nicht weniger haltbar und schon gar nicht unbequemer. Meine beiden wollen nach einer Veranstaltung oft gar nicht aus den Mittelaltersachen raus. Selbst in puncto Wetterfestigkeit sind die Mittelalterklamotten den neuzeitlichen oft gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen. Ein Wollumhang und eine Wolltunika halten Regen nicht nur länger ab, sie wärmen im nassen Zustand auch besser, als moderne Sachen aus Baumwolle. Der einzige Grund, sie nicht dauernd zu tragen besteht wirklich darin, dass sie heutzutage vollkommen out of fashion sind. Ein Junge im „Kleid“ und mit „angestrapsten Strümpfen“ wirkt heute nun mal ziemlich strange.

Auch die Kosten sind kein Argument gegen eine historische Klamotte. Zwar brauchen Kinder regelmäßig neue Kleidung – egal, ob historisch oder modern – aber gerade hochmittelalterliche Kleidung bleibt problemlos mehrere Jahre tragbar. Meinem Älteren habe ich 2010 zur Hochzeit einer Freundin ein neues Outfit genäht, das er auch heute noch tragen kann. Lediglich die Ärmel sind ein bisschen zu eng geworden und müssten durch einen Einsatz erweitert werden und wenn er noch ein Stück wächst, wird auch die Länge langsam peinlich. Aber ich habe ja noch einen, der es auftragen kann. Dem passt seine Klamotte (für die gleiche Hochzeit angefertigt) übrigens auch noch. Da ich für den Großen inzwischen was Neues genäht habe, ist jetzt eine Garnitur in Reserve, die beiden passt. Bei moderner Kleidung ist sowas ausgeschlossen. Da sind die beiden außerdem inzwischen mindestens zwei Kleidergrößen gewachsen …
Dazu kommt noch, dass sich Kindersachen meist problemlos aus irgendwelchen Resten zusammenstückeln lassen. Die Brouch, an der ich im Moment nähe, war in einem anderen Leben mal ein Leinenlaken. Ich habe aber auch schon Wolltuniken aufgetrennt und mit anderen Wollresten zu neuen Kleidungsstücken zusammengesetzt. Das das früher durchaus gängige Praxis war, wird durch zahlreiche Textilienreste belegt.

Eine Aufnahme von 2010. Auch diese Tunika wird heute noch getragen.

Eine Aufnahme von 2010. Auch diese Tunika wird heute noch getragen.

Daher spricht wirklich überhaupt nichts dagegen, Kinder historisch einzukleiden. Zumal sie in historischer Kleidung absolut schnuffig aussehen!

Advertisements

Read Full Post »

Fertige Finelinerskizze

Fertige Finelinerskizze

Nicht nur die Kinder, auch die Mama hat gelegentlich eine durchgewetzte Hose und braucht einen Flicken. Und weil ich nun mal die sogenannten keltische Muster mag, habe ich eins als Vorlage genommen. Das Original stammt aus dem Buch „The celtic art source book“ von Courtney Davis, aber für meine Zwecke habe ich es so stark vereinfacht und so verändert, dass allenfalls noch die Idee identisch ist.

Als Material für den Flicken diente die Rückenpartie eines ohnehin zerschnittenen alten Kindersweatshirts. Zuerst habe ich mit Bleistift den Kreuzmittelpunkt markiert, dann die Arme des Kreuzes gezeichnet und schließlich den Kreis geschlagen.

So sah das Ganze nach dem Bügeln aus.

So sah das Ganze nach dem Bügeln aus.

Da der Stoff auf Zug sofort reagiert, ging das nur so ungefähr, weshalb ich anschließend alles mit Fineliner nachzeichnen musste. Auch die feinen Linien und die Details sind mit Fineliner gezeichnet, allerdings ohne Vorzeichnung. Bei dem einen Tiermotiv sieht man das auch; da habe ich mich nämlich verzeichnet. Da der Stoff ziemlich saugt, ist der Farbauftrag sehr ungleichmäßig – ein Problem, das sich später, beim Ausmalen noch verstärkt hat. Ich weiß nicht, ob das ein Problem dieses Stoffs oder von gewirkten Stoffen allgemein ist. Auf gewebten Stoffen verläuft die Farbe m. E. weniger bzw. gleichmäßiger

Das zweite Problem ist, dass sich der Textilkleber an einigen Stellen durch den Stoff gesaugt und unschöne Flecken verursacht hat.

Fertiger Flicken

Fertiger Flicken

Um diese Wirkung abzumildern, bzw. die Konturen stärker hervorzuheben und den Flicken gleichzeitig besser zu befestigen, habe ich die Umrisse des Kreuzes und des Kreises nachgestickt und die Ornamente innerhalb des Kreuzes ebenfalls ausgestickt. Für die Ornamente innerhalb des Kreuzes und das Kreuz selber habe ich einen Kettstich verwendet; der Kreisbogen ist mit kleinen Steppstichen nachgearbeitet.

Read Full Post »

Schon letztes Jahr hatte ich mir eins dieser knöchellangen Kleider gekauft, die man auch in diesem Sommer dauernd sieht. Aus dünnem Denim mit Stufenrock, gesmoktem Oberteil und Spaghettiträgern. Wunderbar zu tragen, jetzt, wo es wieder heiß wurde.

Nur die Träger nervten. Die saßen nämlich zu weit außen und rutschten deshalb immer wieder von den Schultern. Das mag sexy aussehen, ist aber ausgesprochen lästig.
Deswegen hatte ich auch schon letztes Jahr beschlossen, daran etwas zu ändern. Es war ja eigentlich auch ganz einfach; die Träger mussten nur ein kleines bisschen versetzt werden. Aber wie es so ist – irgendwann war der Sommer vorbei und die Träger saßen immer noch an ihrem alten Platz.
Mit der Folge, dass ich mich diesen Sommer (als er dann endlich kam) wieder geärgert habe.

Nur habe ich jetzt etwas unternommen! Den ursprünglichen Plan, die Träger einfach zu versetzen, habe ich allerdings verworfen, weil ich gerne ein Rückenkreuz haben wollte und dafür waren sie einfach zu kurz. Die nächste Idee war, gekaufte Bändchen als Träger zu nehmen. Aber da habe ich nichts passendes gefunden. Statt dessen stieß ich auf Gummibänder. Klingt doof? Sieht aber gar nicht doof aus. Sie passen farblich phantastisch und sehen überhaupt nicht nach Gummi aus.

150cm habe ich gekauft und in vier gleich lange Stücke geschnitten. Dann habe ich den Sitz an der Vorderseite bestimmt und alles festgenäht, dann die linken schräg geführt und parallel zueinander  etwas rechts der Mitte auf dem Rückenteil angenäht. Dann habe ich den äußeren der beiden rechten Träger genommen, am Rücken zwischen den beiden festgenähten Trägern durchgefädelt und dann etwas links der Mitte festgenäht. Danach musste das Ganze nur mit dem verbliebenen Träger wiederholt werden, aber so, dass im Rücken ein kleines Webkreuz entstand.

Am Bügel ist es etwas verschoben, getragen sitzt das Kreuz höher und zwischen den Schulterblättern

Sieht hübsch aus und trägt sich super!

Read Full Post »

Nicht, dass ich nichts zu tun hätte, aber gestern hat mich die Lust gepackt mal wieder was hübsches, buntes mit Nadel und Faden zu machen. Etwas gesticktes nach Möglichkeit …
Allerdings wusste ich nicht so recht, was.
Da ist es von Vorteil, zwei Söhne zu haben. Söhne sorgen durch die bloße Existenz dafür, dass nie Mangel an kleinen Näh- und Flickprojekten herrscht. Ein Griff in die Handarbeitskiste und ich hatte eine Hose mit Loch neben dem Knie und einer dünnen Stelle darunter in der Hand. Eine ungewöhnliche Kombination; sonst sind immer nur die Knie durchgescheuert.

Die Idee lag nahe, beide Stellen irgendwie zu verbinden. Oben was Großes, unten was Kleines, beides verbunden, das gibt – einen Heißluftballon.
Kurze Rücksprache mit Kind, ob Heißluftballons nicht uncool sind?
Sind sie nicht.
„Ok, welche Farben?“
„Du wirst schon die richtigen finden.“
Na, dann … Obwohl ich weiß, dass er poppige Farben mag, entscheide ich mich für ein eher gedecktes Grün für den Ballon in Kombination mit Orange- und Blautönen. Dazu ein bisschen Gold. Nicht nur Mädchen lieben Glitter.

Das ist schließlich Heißluftballondaraus geworden:

Die Ballonform habe ich direkt auf den Stoff gemalt, ausgeschnitten und mit Textilkleber über das größere Loch geklebt. Leider habe ich zu spät bemerkt, dass ich etwas von dem Kleber an den Daumen bekommen habe. Deshalb hat der Ballon jetzt einen kleinen Fleck.

Da sich geklebte Flicken nach ein paar Wäschen wieder lösen, ist es sinnvoll, sie zusätzlich festzunähen. Und was man nähen muss, kann man auch Sticken.
Den Nahtverlauf habe ich wieder aufgemalt. Was nicht übernäht wird, verschwindet bei der nächsten Wäsche.

Für die langen Querbänder habe ich Goldfaden aus Metallic-Draht genommen, die kürzeren sind aus normalem Baumwollstickgarn. Beide sind – genau wie die unteren Halteseile –  in Anlegetechnik aufgestickt.

Goldstickerei

In Anlegetechnik aufgesticktes Metallic-Garn

Mit dieser Form des Stickens hatte ich bisher noch keine Erfahrung, wollte sie aber schon seit einer Weile ausprobieren. Im Regal liegt nämlich noch ein Röllchen echter Goldlahn …

Auf Dauer war mir das Gewurstel mit zwei Fäden aber zu umständlich, deshalb habe ich die restlichen Halteseile im Spaltstich gestickt.
Außerdem musste ich eine Umrandung um den Ballon sticken, weil der Stoff leider furchtbar franst. Diese Umrandung habe ich in einer Art Plattstich ausgeführt.
Die Gondel ist ebenfalls im Plattstich ausgeführt, in den anschließend ein zweiter Faden verwebt wurde. Der kleine, heraushängende Faden ist eigentlich der lose Anfang eines der Fäden, mit denen ich die Halteseile umstickt habe.  Statt einen Knoten zu machen lasse diese Enden oft herausstehen und versäubere sie sie später. Hier passte der Faden aber wunderbar ins Bild – ein Halteseil, vielleicht gerissen, vielleicht aber auch, um den Ballon irgendwann, irgendwo wieder fest zu machen.

Read Full Post »

Gestern abend „nebenbei“ erledigt: Die Hose war auf beiden Knieen durchgewetzt. Um sie zu flicken habe ich aus einem Jeansrest runde Flicken ausgeschnitten und diese mit Textilkleber festgeklebt. Die Ränder habe ich anschließend mit Stickgarn im Langettenstich umsäumt, damit sie nicht ausfransen. Durch die Verwendung mehrer Farben haben sie einen zusätzlichen Ziercharakter bekommen.

Flicken auf einer Kinderjeans

Durch die Verwendung mehrerer Farben entstehen schöne Verläufe.

Read Full Post »

Es ist geschafft: Das Shirt ist fertig; beide Ärmel sind wieder dran und haben entlang der eingesetzten schwarzen Streifen eine schmale Ziernaht bekommen.

Dazu habe ich die Naht zuerst festgesteckt und dann von der Oberseite her mit kleinen Kettstichen festgenäht. Während der Arbeit sah das so aus:

Als Nahtmaterial habe ich einfädiges Baumwoll-Stickgarn benutzt. Und das ist der Einsatz mit Ziernähten auf beiden Seiten:

Von Nahem betrachtet sehen die Nähte nicht ganz so gerade aus, wie auf dem Bild. Genau genommen sind sie sogar ziemlich wellig, aber das fällt beim Tragen zum Glück nicht auf. Trotzdem ist mir das eine Lehre, den Nahtverlauf beim nächsten mal vorher vorzuzeichnen.

Ja, und das ist das fertige Shirt mit den Einsätzen. Zum Vergleich daneben nochmal das Bild vom Shirt vor den Änderungen. Erstaunlicherweise sind die Ärmel gar nicht so viel länger geworden. Aber immerhin gehen sie jetzt wieder bis an die Handgelenke.

ein pflaumenfarbenes Langarmshirt

Das Shirt mit den eingesetzten Stoffstreifen in den Ärmeln
Nachher

Und ja, es ist wirklich das gleiche Shirt, auch wenn die Farben hier sehr unterschiedlich aussehen.

Read Full Post »

Der erste Ärmel ist wieder dran.

Nachdem versäubern der Kanten habe ich die Naht sauber abgesteppt, dann den abgeschnittenen Armteil auf rechts gedreht in das offene Armloch geschoben (der Rest war auf links gewendet, wenn man den Pulli auf rechts lässt, muss man den Ärmel auf links wenden!), festgeheftet und den schwarzen Stoffstreifen in der Breite angepasst. Dann ging es wieder von vorne los: Kanten der Unterarmnaht versäubern, Unterarmnaht absteppen, übrige Kanten versäubern, übrige Kanten absteppen.

Der erste schwarze Stoffstreifen ist eingesetzt

Eine schwarze Borte

Und voila! Wieder auf rechts gedreht, sieht das Ganze jetzt so aus:

Die Nähte müssen natürlich noch flach gebügelt werden, aber das mache ich, wenn der zweite Streifen eingesetzt ist. Vielleicht befestige ich die umgeklappte Naht auch noch mit einer Ziernaht, so dass die schwarze Borte optisch etwas tiefer liegt, als der umgebende Stoff. Mal sehen …

Read Full Post »

Older Posts »