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Posts Tagged ‘Anleitung’

Zu einer Geburtstagsfeier, die unter dem Leitmotiv „Lebenszug“ stand, habe ich einen Zug aus Smartie-Schachteln gebastelt, der mit einem entsprechenden Gedicht überreicht wurde. Das Gedicht ist ein typischer Vertreter der Gattung Geburtstagspoesie und nicht weiter der Rede wert, aber den Zug möchte ich hier gerne vorstellen: Er besteht aus einer Dampflok und 12 Waggons – alle gefüllt mit Kleinigkeiten und guten Wünschen. Der letzte Wagen enthält allgemeine Glückwünsche für das kommende Lebensjahr, alle anderen stehen für je einen Monat, so dass die Lok dran ist, wenn der nächste Geburtstag ansteht.

Die Herstellung war denkbar einfach: Alles, was man braucht ist eine Tüte Smartie-Schächtelchen, Acrylfarben, schwarzen Tonkarton, Klebstoff und ein bisschen Geschenkband. Dazu 13 Zettelchen mit Segenswünschen und Kleinigkeiten, wie Herzchen, Sterne, Blümchen, Kleeblätter o. ä.
Mit  dem Inhalt von 14 Schächtelchen beglückt man eigene oder fremde Kinder, den Partner oder sich selber und bemalt die Schächtelchen mit Acrylfarbe. Das geht am einfachsten, wenn man die Schachteln auf einer Seite öffnet und dann über Zeige- und Mittelfinger der linken Hand stülpt. Schwieriger ist es, einen guten Platz zum Trocknen zu finden. Die Dingerchen dürfen nämlich nirgendwo anstoßen. Je nach Deckkraft der Farbe muss man das Streichen zwei bis dreimal wiederholen.  Bei hellen Farben empfiehlt es sich, vorher weiß zu grundieren.
Während die Schachteln trocknen, kann man schon mal die Räder vorbereiten. Gebraucht werden vier pro Waggon und noch mal sechs für die Lok. Als Maß dient eine Ein-Cent-Münze, die auf den Tonkarton gelegt und mit einem spitzen Bleistift umfahren wird.
Nach dem Trocknen schneidet man von einem der Kartons ca. 1/3 ab. Das wird der Führerstand der Lok. Um ihn mit dem Rest zu verbinden, macht man auf jeder Seite drei Einschnitte (einen in der Ecke und die beiden anderen auf ca. 1/3 und 2/3). Dann klappt man die an die Ecken grenzenden Teile um, so dass nur noch das mittlere Drittel stehen bleibt. In der Beschreibung klingt das fürchterlich kompliziert und ich bedauere sehr, keine Fotos gemacht zu haben. Wenn man sieht, wie es geht, ist es nämlich kinderleicht. Dann setzt man diesen „Führerstand“ auf die Schmalseite eines anderen Schächtelchens, indem man entsprechend den stehen gebliebenen Teilen Einschnitte in der heil gebliebenen Schachtel anbringt. Bevor man beides zusammensteckt, gibt man etwas Kleber auf die umgeklappten Teile. Anschließend schneidet man ein keilförmiges Stück aus der schon angeschnibbelten Schachtel. Zusammengerollt wird das der Schornstein. Für ihn wird ein Loch in den vorderen Teil der Lok gebohrt. Eventuell muss man die obere Kante  begradigen, bevor man den Schornstein hineinsteckt. Damit er nicht hinausfällt, bekommt auch er noch einen Klecks Kleber.
Anschließend kommen die Räder dran. Sie werden einfach aufgeklebt. Wer möchte, kann die Wagen natürlich weiter verzieren. Ich habe kleine Schildchen mit Wagennummern aufgeklebt, der Lok „Lampen“ aus weißen und dem letzten Waggon Rücklichter aus roten  Strass-Steinchen verpasst.  Außerdem trägt die Lok einen Blumenstrauß im Schornstein.
Das war’s schon fast. Jetzt müssen nämlich nur noch die guten Wünsche und der Klimperkram in die Waggons und die Lok gefüllt und alle untereinander verbunden werden. Zum Verbinden habe ich Stücke vom Geschenkband abgeschnitten und auf der Unterseite von Waggons und Lok festgeklebt.

Das Ergebnis sah dann so aus:

Eine aus Smartie-Schachteln gebastelte Eisenbahn

Die Lok und die ersten Wagen; der ganze Zug passte nicht auf’s Bild

Da der fertige Zug ziemlich lang ist, empfiehlt es sich, ihn in Teilen zu transportieren und erst bei der Feier (kurz vor dem Überreichen) zusammen zu setzen.

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Gerade habe ich die Seite über die Grundlagen des Nähens um eine Unterseite mit den häufigsten Sticharten ergänzt. Auch die Seite wird weiter wachsen, je nachdem, woran ich gerade arbeite.

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Die Einzelteile sind zugeschnitten. Wie man aut dem Foto sehen kann, ist das Ganze ein ziemliches Gestückel. Ich habe die Teile so hingelegt, wie sie nachher auch genäht werden, d.h. die gerade Bahn liegt doppelt; der Ärmel ausgeklappt (auf den zweiten Ärmel habe ich aus Platzgründen verzichtet).

Schnitt für eine Kindertunika

Schnitt einer Leinentunika - aus Platzgründen wurde der eine Ärmel nicht ausgelegt

Der Ärmel ist aus vier Stücken zusammengesetzt: Einem geraden Mittelteil, zwei Keilen und einer Manschette. Für diese Zusammensetzung gibt es zwar keinen archäologischen Fund, aber das Konstruktionsprinzip ist übernommen. Es ist eine Mischung aus dem Kragelund-Kittel und dem Arras-Shirt, das auf der verlinkten Seite mit dem Hemd von Thomas Beckett gleichgesetzt wird (lt. Karin Kania bestehen die Ärmel beim Hemd von Thomas Beckett jedoch aus einem Stück). Beiden Stücken ist jedoch gemeinsam, dass sich die Ärmel zum Unterarm hin verengen. Die trapezförmige Erweiterung zur Schulter hin geschieht hier durch die angestückelten Keile, weil der Stoff sonst nicht ausgereicht hätte.
Stoffmangel ist auch einer der Gründe dafür, dass vorne an den Arm eine „Manschette“ angesetzt ist. Diese besteht aus einem etwas besserem (d.h. feinerem und dichter gewebten) Leinen. Unter der Wollkotte wird die Tunika daher edler wirken, als sie tatsächlich ist.

Genau genommen ist auch das kleine Quadrat noch ein Teil des Ärmels. Es wird karoförmig eingenäht, d.h. eine Spitze kommt zwischen die beiden Armkeile, die andere wird an den Rumpf angesetzt. Dadurch entsteht unterhalb der Achsel eine „Bewegungsreserve“, die verhindert, dass die Naht reißt, wenn der Arm nach oben bewegt wird.

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Literatur: Katrin Kania, Kleidung im Mittelalter – Ein Handbuch, Böhlau Verlag, Köln 2010

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Langsam wird das hier zum Kochblog.

Aber nachdem ich endlich ein Brotrezept gefunden habe, dass allen schmeckt, muss ich das unbedingt aufschreiben. Für ein Brot braucht man:

200 g Roggenvollkornmehl
200 g Dinkelvollkornmehl
200 g Weizenmehl Typ 1050
2 Tl Salz
2 Tl Zucker
1/2 Tl Anis
75 g Sechskornflocken
1 El Zuckerrübensirup
Sauerteig (da ich den selbst ansetze, schwankt die Menge immer ein bisschen)
Wasser

Das Mehl wird mit Salz, Zucker und Anis gemischt. Dann gebe ich den Sauerteig dazu und rühre ihn mit einem Löffel unter. Meist gibt das nur Brösel. Also gebe ich so viel Wasser dazu, bis der Teig knetbar wird und fange an zu kneten.
Inzwischen bin ich überzeugt, dass das Kneten noch einen anderen Sinn hat, als die Zutaten zu vermischen. Der Teig verändert sich nämlich, wird geschmeidiger und hört irgendwann auf an den Fingern zu kleben. Während des Knetens gebe ich weiter Wasser zu, bis der Teig wirklich glatt und geschmeidig ist. Bis das so weit ist, dauert es fünf bis zehn Minuten.
Anschließend muss der Teig gehen. Das kann dauern. Bei Raumtemperatur locker sieben bis neun Stunden. Also den Teig am besten Morgens nach dem Frühstück ansetzen oder abends nach dem Abendessen. Wenn es eilt, kann man ihn aber auch in den auf Minimum angeheizten Ofen stellen (Ofentür offen lassen). Wichtig ist in jedem Fall, ein feuchtes Tuch drüber zu legen, damit die Oberfläche nicht austrocknet.
In der Zwischenzeit die Getreideflocken in etwas Wasser einweichen und mit dem Rübensirup mischen.
Wenn der Teig ungefähr doppelte Größe hat (oder am anderen Morgen), die Getreideflocken zugeben und alles nochmal durchkneten. In eine Brotbackform packen und ihn nochmal für ungefähr eine halbe Stunde gehen lassen.
Danach im vorgeheizten Ofen bei 200°C eine gute Stunde backen. Danach sollte sich das Brot hohl anhören, wenn man dagegen klopft. Wenn es das nicht tut, nochmal für 10 Min. in den Ofen schieben.
Aus der Form nehmen und auf einem Rost abkühlen lassen.

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Ein Essen, wie ein warmer Oktobertag: sonnig-golden mit etwas Grün

Zutaten:
(für 4 hungrige Mäuler)

2  Zwiebeln
800 g Hokkaido-Kürbis
1 – 1,5 l heiße! Gemüsebrühe
2 EL Butter
8 EL Olivenöl
300 g Risotto-Reis
200 ml trockener Weißwein
8 – 10 Stiele Petersilie
4 EL Walnusskerne
50 g geriebener Parmesankäse
Pfeffer
Salz
1 Prise Zucker

Zubereitung:

  1. Die Zwiebeln würfeln. Den Kürbis putzen, halbieren und die Kerne mit einem Esslöffel rauskratzen. Kürbis in Spalten schneiden, schälen (ich mag die Schale nicht) und das Fruchtfleisch in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden.
  2. Butter mit 2 EL Öl in einer Pfanne schmelzen. Die Zwiebeln und den Zucker dazu geben und glasig dünsten. Kürbis und Reis 2 Min. mitdünsten, dann alles mit dem Weißwein ablöschen. Wenn der Wein vollkommen verkocht ist, etwa 1/3 der Brühe zugeben. Die Brühe muss jetzt unter Rühren verkochen. Wenn sie weg ist, wieder neue Brühe zugeben und wieder einkochen lassen. Dabei immer wieder umrühren. Wenn auch der letzte Rest Flüssigkeit verkocht ist, das letzte Drittel der Brühe zugeben und einkochen lassen. Das Rühren ist jetzt wichtiger denn je!
  3. Inzwischen die Petersilie und die Walnüsse hacken und mit dem rextlichen Öl mischen.
  4. Probieren, ob der Reis weich, aber noch bissfest ist. Wenn er noch Flüssigkeit braucht, etwas heißes Wasser zugeben.
  5. Den Käse untermischen, mit Pfeffer und ggf. Salz abschmecken. Mit dem Petersilien-Walnuss-Öl servieren.

Variante:

Wenn man, wie ich, nur selten Petersilie im Haus, aber Rosmarin auf dem Balkon hat, kann man die Walnuss-Sauce auch damit zubereiten.
Dazu etwa 1 EL Rosmarinnadeln hacken, mit den gehackten Walnusskernen, einer zerdrückten Knoblauchzehe und dem Öl in einen Topf geben und bei kleiner Hitze erwärmen, während das Risotto vor sich hin köchelt. Vor dem Servieren die Knoblauchzehe wieder rausfischen.

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Derzeit arbeite ich an einer Spitzenborte, die mal so aussehen soll:

Häkelborte

Die Vorlage stammt aus dem 19. Jahrhundert

Zuerst werden die Achten und Rauten in der Mitte gehäkelt.
Für die Achten werden 14 Luftmaschen angeschlagen und zum Ring geschlossen, indem eine Kettmasche in die erste Luftmasche gehäkelt wird. Dann werden weitere 14 Luftmaschen angeschlagen und wieder zum Ring geschlossen. Dabei wird die Kettmasche durch die Verbindungsstelle des 1. Rings gezogen.
Nun wird die Arbeit gewendet. Es folgt eine Luftmasche, anschließend wird die Acht mit festen Maschen und Pikots (4 Luftmaschen anschlagen und mit einer durch die erste Luftmasche gestochenen festen Masche schließen) umhäkelt. Die Reihenfolge ist: Drei feste Maschen, ein Pikot, wieder drei Maschen, 2. Pikot und so weiter bis zum 5. Pikot. Danach folgen wieder drei feste Maschen, eine Luftmasche und dann geht es auf dem zweiten Ring weiter. Auch hier folgt den drei festen Maschen wieder ein Pikot und nach dem 5. Pikot kommen drei feste Maschen und eine Luftmasche.
Jetzt wird es etwas komplizierter, denn jetzt ist man wieder am Anfang (der unteren Seite) angekommen und um zu den Karos überzugehen, muss man auf die obere Seite des Rings. Deshalb wird der Faden hinter die Acht gelegt und mit der Nadel durch die Maschen an der Wendestelle nach oben und dann wie bei einer Kettmasche durch die Schlaufe gezogen. Auf diese Weise werden drei bis vier Kettmaschen gehäkelt.
Für die Rauten werden jetzt dreizehn Luftmaschen angeschlagen, von denen die 13. als Wendemasche dient. In die letzten 9 Luftmaschen werden feste Maschen gehäkelt. Es folgt eine Wendemasche und weitere 9 feste Maschen, die in die hintere Schlinge der Maschen der vorderen Reihe gestochen werden (ich hoffe, dass das verständlich ausgedrückt ist), so dass ein Rippenmuster entsteht. Auf diese Weise häkelt man sechs Reihen, dann ist das Karo fertig.
Es folgen drei Luftmaschen, dann kommt die nächste Acht, wobei die dritte Luftmasche als Bindestelle dient.

Mitte der Borte

Achten und Karos - noch ziemlich fipselig

Das fertige Band aus Achten und Karos sieht ziemlich fipselig aus – gar nicht spitzenmäßig. Deswegen werden im nächsten Schritt ausgehend von der oberen Spitze des letzten Karos Verbindungsbögen gehäkelt (dazu muss man an der Kante des Karos hoch häkeln).
Vom Karo aus gehend häkelt man 5 Luftmaschen und eine feste Masche in den 2. Pikot an der Schlaufe der Acht. Es folgen 10 Luftmaschen und eine feste Masche in den 4. Pikot. Dann kommen wieder 5 Luftmaschen zum nächsten Karo, eine feste Masche in die Spitze und dann geht das Ganze wieder von vorne los.
Wenn die Verbindungsbögen fertig sind, werden sie mit festen Maschen und Pikots umhäkelt. Über die 5 Luftmaschen kommen 3 feste Maschen, ein Pikot und wieder 5 feste Maschen. Über die 10 Luftmaschen werden im Wechsel drei Mal je 3 feste Maschen und ein Pikot gehäkelt, dann folgen noch einmal drei feste Maschen. Die Stege zwischen den Luftmaschen werden ignoriert.

Darüber kommt ein zweiter Steg – wieder mit Luftmaschen als Grundlage. Für die Wende häkelt man 15 Luftmaschen. Es folgt eine Kettmasche in das 1. Pikot über der 10er Reihe in dem unteren Steg. Dann kommen 6 Luftmaschen, eine feste Masche in den dritten Pikot der 10er Reihe, 12 Luftmaschen und eine feste Masche in den 1. Pikot der nächsten 10er Reihe usw.
Auch dieser Steg wird wieder umhäkelt – dieses Mal ausschließlich mit festen Maschen. Über die kurzen Abschnitte werden je  7 feste Maschen gehäkelt, über die langen 13.

Und nun fehlen nur noch die kleinen Randverzierungen, dann ist die erste Seite fertig.
Die Randverzierungen werden wie folgt gearbeitet: In die mittlere Masche jedes Bogens werden ein halbes Stäbchen, ein Pikot (3 zum Ring geschlossene Luftmaschen), 1 halbes Stäbchen, ein Pikot und noch ein halbes Stäbchen gehäkelt. Die Verbindung besteht aus drei Luftmaschen und einem Pikot.

So sieht das Ergebnis aus:

Die Borte ist auf einer Seite fertig

Eine Seite ist fertig, die andere fehlt noch

Jetzt muss nur noch die andere Seite Verbindungsstege bekommen und die Borte ist fertig.

Im Moment bin ich zwar erst mit den Verbindungsstegen der ersten Reihe beschäftigt. Aber da ich die Häkelschrift verlegt habe und dauernd vergesse, wie viele Maschen ich wo häkeln muss, fand ich es eine gute Idee, mir hier Notizen zu machen.

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