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Archive for the ‘Ausprobiertes’ Category

Wie schon im letzten Post gesagt, bin ich seit neuestem stolze Gartenbesitzerin. Auch wenn manche das Wort Garten vielleicht ein bisschen übertrieben finden werden, für ein ca. 3 x 5 Meter großes Stück Lehmboden (ohne die Terasse gerechnet). Aber ich will darauf ja keine Selbstversorgung betreiben. Und um bei schönem Wetter mit Freunden zu grillen oder einfach nur draußen zu sitzen, reicht es völlig. Oder wird reichen, wenn die Fahrräder von der Terasse verschwunden sind. Aber im Moment ist ohnehin nicht die Zeit zum draußen sitzen und ein Unterstand für die Fahrräder ist ein anderes Projekt.

Im Moment bin ich dabei, Wege zu schaffen. Als Pfade sind sie zwar vorhanden, aber es gibt einen Nachteil: Mit dem Boden aus unserem Garten ließe sich eine Töpferei betreiben. Wenn es geregnet hat, sollte man auf keinen Fall neben die Trampelpfade treten. Der Boden frisst Schuhe – oder versucht es wenigstens. Mein Jüngster hat die Erfahrung schon gemacht; ein Stiefel blieb stecken und als wir ihn mühsam wieder rausgezogen hatten (den Stiefel), klebten ungefähr drei Kilo Lehm dran. Auf den Pfaden bleibt immerhin nicht ganz so viel hängen. Dafür bilden sich schöne Pfützen. Lehm ist bekanntlich wenig wasserdurchlässig.
Also muss ein Pflaster her. Nun bin ich keine Freundin von Gehwegplatten, auch wenn sie sich gut reinigen lassen und man nur alle paar Monate das Moos zwischen den Ritzen herauskratzen muss, damit sie hübsch ordentlich aussehen. Aber danke, nein, das ist ebenso wenig meine Vorstellung von Garten, wie Rasen umrahmt von Blumenbeeten. Das überlasse ich gerne anderen. In meinen Garten sollen außer Gewürz- und Heilkräutern, ein paar Blumen und Beerensträucher. Die Wege dazwischen dürfen gerne ein bisschen krumm sein und wenn zwischen den Ritzen der Steine Moos wächst oder Gras, dann darf es da bleiben. Und weil damit die normale Gehwegplatte ohnehin nicht in Frage kommt, sammle ich Steine.

Heute habe ich wieder zwei Rucksackladungen von der Baustelle mitgebracht: Kiesel, Solnhofer Plattenbruch, Granit, Sandstein …
Wenn jetzt jemand fragt, warum ich das Zeug nicht beim Bauhof kaufe, statt mich abzuschleppen – warum? Warum etwas kaufen, das es direkt vor der Tür gratis gibt? Warum eine halbe Stunde in den Baumarkt fahren (und die gleiche Zeit zurück), wenn man sich währenddessen im Freien bewegen kann? Und warum etwas Fertiges nehmen, wenn das Gefundene mehr Vielfalt bietet? Mir gefallen gerade die Unterschiede in Größe, Form und Farbe.
Die großen Brocken kommen an den Rand. Dazwischen werde ich später Alyssum und Steinbrechgewächse setzen. Die kleineren pflastern das erste Wegstückchen. Bis alles fertig ist, werde ich noch oft laufen müssen. Aber wenn man von oben guckt, sieht es schon ein kleines bisschen nach Garten aus.Der Anfang ist gemacht

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Jetzt weiß ich wieder, wo ich schon mal ein Bild der im Stixperiment erwähnten Kasel gefunden habe: Im 5. Band des Propyläen Kunstgeschichte (H. Fillitz, Das Mittelalter I, Propyläen Verlag, Berlin 1985, Abb. XLV). Dabei handelt es sich erfreulicherweise um eine Ausschnittvergrößerung, so dass die Technik viel besser erkennbar ist, als bei dem Bild bei imareal. Außerdem ist das Bild im Propyläen farbig und lässt bei näherem Hinsehen erkennen, dass auch die heute einfarbig in rötlichem Ockerton erscheinenden Stickereien in den Bändern früher wohl zweifarbig gewesen sind. Ich tippe stark auf (krapp)rot und gelb. Ein ähnliches Ausbleichen habe ich jedenfalls auf einer krappgefärbten Tunika beobachtet.

Andere Farben bzw. Kontraste haben sich besser erhalten. Gut erkennbar sind die Muster vor allem dort, wo mit einem (heute) dunkelbraunen Faden gearbeitet wurde. Die Fäden sind zwar stärker in Mitleidenschaft gezogen, als die der hellen Bereiche und teilweise ausgefallen. Aber wo die dunklen Fäden fehlen, bietet der durchscheinende Stickgrund genug Kontrast.

Jetzt bin ich dabei, diese Muster (wenn auch in veränderten Farben) nachzuarbeiten. Wie schon beim Stixperiment arbeite ich ausschließlich in einer Art gehöhtem Plattstich, allerdings mit einheitlichen Stichlängen. Die so entstehende Oberfläche entspricht der der den Muster auf der Kasel.

Bilder gibt es, wenn ich etwas fertig habe. Im Moment verzähle ich mich noch zu oft.

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Im Kühlschrank war noch ein angebrochenes Glas Sauerkirschen von dem ich wirklich nicht erinnern kann, wer es wann und wozu angebrochen hat. Aufessen wollte es aber auch keiner. Gute Voraussetzungen für ein Kochexperiment.

Mein „Dreihundertjähriges Deutsches Klosterkochbuch“ verzeichnet unter der Nr. 51 ein Rezept für Ein Muß von Morellen. Darin heißt es:

Nimm fürs Erste die Kerne aus den Morellen und stoße Letzere in einem Mörser klein, thue darunter Weißbrod, stoße es wol durcheinander und nimm darunter einen Wein und mache oder rühre es flugs durcheinander, reibe es durch ein Sieb, thue es in einen Topf, mache es nit zu dicke und nit zu dünne, rühre es wol ab, thue darein Zucker oder Honig, würze es ab mit Safran und mit der vorgenannten Würze (das vorherige Rezept nennt Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskatblumen, Zimt und Muskat), koste es zu rechter Maaße und richte es an, dann bestreue es mit Zucker und giebs hin.

Statt sie im Mörser zu zerstampfen, habe ich die abgegossenen Kirschen mit dem Zauberstab zermust und anstelle von Weißbrot habe ich Semmelbrösel genommen. Warum erst etwas zerstampfen, wenn man es schon klein hat.
Danach habe ich mich allerdings ans Rezept gehalten. Na gut – abgesehen von der Tatsache, dass das Rezept verschweigt, dass man die passierte Sauce noch erhitzen muss, damit daraus ein Mus wird. Erst durch das Kochen dickt das Brot das Mus an.

Das fertige Mus schmeckt ungewohnt, aber lecker. Es gäbe bestimmt eine interessante Beilage zu Grillfleisch oder Kurzgebackenem. Aber ich werde es vermutlich am Mittwoch zu Pfannkuchen servieren.

 

Und wer sich jetzt wundert, wieso das „Dreihundertjährige Deutsche Klosterkochbuch“ etwas mit Mittelalter zu tun haben soll: Das Buch ist ein Reprint eines Buchs von 1856, das wiederum auf ein Manuskript verweist, das beim Abbruch des zur Zeit der Reformation verlassenen Klosterst St. Paul bei Leipzig in einer zugemauerten Nische gefunden worden sein soll.

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Schon seit einiger Zeit hatte ich das Bedürfnis mal wieder etwas hübsches, nutzloses zu sticken. Gestern habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und einen meiner Rahmen herausgekramt. Das Ziel war, so etwas ähnliches, wie die Muster in den kleinen Quadraten der Querbänder dieser Kasel aus dem 12. Jahrhundert aus dem Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal. Das Bild ist zugegebernmaßen schlecht. Ein etwas besseres findet sich bei Grönwoldt: Stickereien von der Vorzeit bis zur Gegenwart (Hirmer 1993).

Mich erinnert die Struktur dieser Stickereien an die zu dieser Zeit sehr begehrten geritzten Seiden, wie sie z. B. zur Einfassung des Halsausschnitts der Tunicella von Roger II verwendet wurden.

Detail vom Halsausschnitt der Tunicella Roger II

Besatz aus geritzter Seide

Genau so eine Oberfläche bräuchte ich noch für ein anderes Projekt.

Also habe ich mir ein Stück feines Leinen und Seidennähgarn geschnappt, in den Stickrahmen geklemmt und drauflos gestickt. Das ist dabei herausgekommen:

Strukturstickerei, Seide auf Leinen

Mit Seidennähgarn auf feinem Leinen gestickte Muster. In beiden Quadraten versteckt sich das gleiche Kreuz

Der Stich geht jeweils über zwei Gewebefäden. Die ersten Ergebnisse wirken noch etwas dünn und durchsichtig und lassen nur wenig Struktur erkennen. Aber dann bin ich auf die Idee gekommen, über einen Spannfaden zu sticken. Das Ergebnis ist das Quadrat in der Mitte. Im Schräglicht ist die Struktur gut zu sehen.

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Vor ungefähr 1 1/2 Jahren habe ich ein paar Ingwerstücke, die im Kühlschrank vor sich hinschrumpelten in einen Blumentopf gesteckt, nachdem ich das Bild einer blühenden Ingwerpflanze gesehen hatte. Die Knollen haben auch tapfer getrieben, aber die Triebe hielten immer nur für ein paar Wochen und so schön grün und fest, wie auf dem Bild wurden die Blätter nie. Geblüht hat auch nie etwas.

dürre Ingwerpflanze

Die Erde auf dem Boden stammt von der Umtopfaktion vorher

Dafür wachsen schon seit einiger Zeit unten dicke Wurzeln aus dem Pott.

Ingwerwurzeln

Da ich gestern sowieso beim Ein- und Umtopfen war, sollte auch der Ingwer ein neues, größeres Zuhause bekommen. Wegen der vielen dicken Wurzeln war es gar nicht so einfach, ihn aus dem alten zu bekommen, aber als ich ihn endlich draußen hatte, war ich überrascht, wie viel Erde er noch hatte. Die Wurzeln hatten sich vorwiegend die Topfwände entlang und nach draußen gekringelt.


Dazwischen hatten sich aber auch ein paar neue Knollen gebildet. Die eigentliche Überraschung war aber, dass eine der Knollen eine vernarbte Bruchkante hatte. Es handelte sich also vermutlich um eine der ursprünglich eingesetzten. Sie war immer noch prall, nur sehr dunkel und roch stark nach saurer Erde.

Ingwerrhizome

Knollen und Wurzeln; oben die dicke, dunkle

Wie oben schon angedeutet, roch die noch vorhandene Erde extrem sauer. Deshalb habe ich Knollen und Wurzeln so gut wie möglich gesäubert und in einen großen, mit frischer Erde gefüllten Topf gelegt. Die Erdschicht darüber ist ziemlich dünn, damit die Pflanzen schnell wieder austreiben.

Ingwerknolle

Nahaufnahme der dicken Knolle. Die Bruchkante ist gut erkennbar

Die dicke Knolle ist nicht wieder in den Topf, sondern in die Küche gewandert. Nach einem Tag Trockenzeit wurde die Oberfläche hell und nun sieht sie fast aus, wie die Knollen, die es im Supermarkt gibt.

Ingwerknolle

Nach einem Tag Trocknen ist die Haut deutlich heller

Probehalber habe ich sie angeschnitten. Sie sieht aus, wie frischer Ingwer aussehen sollte und riecht auch so. Wenn das wirklich eine der Knollen ist, die ich ursprünglich eingepflanzt habe, dann scheint sich Ingwer am besten in ein Blumentopf frisch zu halten.

angeschnittene Ingwerknolle

 

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Wer kennt die Situation nicht: Frau schaltet Staubsauger ein und das Ding röhrt wie eine wild gewordene Vuvuzela, weil sich drinnen irgendetwas verklemmt hat.
Gemein, wenn es im Knick hinter der Düse sitzt, weil man da mit den Fingern nicht rankommt.

Was also tun?

Die Lösung findet sich im Nähkasten. Ein Knopf und ca. 30 cm fester Faden.
Faden durch den Knopf fädeln, beide Enden gut festhalten, Knopf ansaugen lassen und dann den Faden im Rohr hin und her bewegen, bis das Röhren aufhört.

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Meine Familie liebt Basilikum. Die Kinder essen es sogar pur, so dass die Töpfe, die ich im Supermarkt kaufe immer sehr schnell abgepflückt sind. Die Reste werden in einen schattig stehenden Blumenkasten gepflanzt, wo das Kraut meist recht schnell wieder nachtreibt, wenn es feucht gehalten wird.

Was aber bisher nie geklappt hat, ist die Aussaht ins Freiland. Deshalb habe ich dieses Jahr ein Mini-Gewächshaus gebaut.

Gewächshaus aus einer Plastikschale, einem Eierkarton und Frischhaltefolie

Das fertige Gewächshaus bietet bis zu zwei zusätzlichen Anzuchttöpfchen Platz

Es besteht aus einer Verkaufsschale für Möhren aus Plastik, einem 6er Eierkarton, einem Stück Frischhaltefolie und einem Gummiband. Außerdem braucht man natürlich Blumenerde und Samen. Ich habe mich für Zitronenbasilikum entschieden. Das ‚große Grüne‘ gibt es schließlich in jedem Supermarkt zu kaufen.
Aber weiter mit der Bastelei:

Vom Eierkarton habe ich den Deckel abgetrennt, die Vertiefungen mit Erde gefüllt und den so vorbereiteten Karton in die Plastikschale gestellt. Anschließend habe ich ein paar Basilikumsamen auf die Erde gestreut und das Ganze gut gegossen. Die Schale hat praktischerweise keine Wasserlöcher, so dass austretendes Wasser keine Sauerei anrichtet.
Danach nur noch die Frischhaltefolie mit dem Gummiband fixieren und – voila! – das Gewächshaus ist fertig. Und das nicht mal in 10 Minuten.

Was ich aber wirklich faszinierend fand war, dass die Samen in der kurzen Zeit, die ich gebraucht habe, um den Fotoapparat zu holen, schon auf das dreifache gequollen waren und eine helle babyblaue Färbung angenommen haben.

Eierkarton mit gequollenen Basilikum Samen

Schon nach wenigen Minuten quollen die Samen auf und wurden babyblau

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