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Archive for Februar 2013

HaustürEigentlich finde ich unsere Haustür ganz hübsch. Aber die Fenster erlauben nicht nur den freien Blick auf die Straße, sondern auch den von der Straße in den Flur. Außerdem verwandeln sie sich abends in zwei große dunkle Augen …

Sehr gemütlich ist das nicht. Und auch sonst fehlt dem Flur eindeutig ein bisschen Farbe.
Zuerst hatten wir deshalb angedacht, die Fensterscheiben mit Dekofolie abzukleben. Aber so richtig gefiel uns keins der angebotenen Muster. Da ich Kirchen- und Jugendstilfenster sehr bewundere, hätte ich gerne etwas in dieser Art gehabt.

Die Lösung hieß mal wieder: Selber machen.

Die notwendige „Ausrüstung“ war sogar da: Window-Colours und Schutzhüllen. Fehlten nur die Motive. Die Blüten habe ich schließlich in einem Buch mit verschiedenen Ornamenten gefunden, die Blätter sind freihändig vorgezeichnet.

Die Motive habe ich dann mit silberner Konturenfarbe auf Schutzhüllen vorgezeichnet und anschließend mit verschiedenen Weiß-, Gelb- und Grüntönen, ein bisschen blau und pink ausgemalt. Nach dem Trocknen nur noch abziehen und auf’s Glas kleben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, finde ich.

Fensterblumen

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Unter diesem Stichwort möchte ich gerne Stickmotive aus dem 12. Jahrhundert sammeln, damit mir die entsprechenden Links nicht immer wieder verloren gehen. Eine schöne Zusammenstellung liefert z. B. diese Seite: www.medieval.webcon.net, auch wenn einige der Links leidern nicht mehr funktionieren.

Beachtenswert sind auch die Goldstickereien des in der weltlichen Schatzkammer der Wiener Hofburg verwahrten Krönungsornats. Besonders opulent sind die der Handschuhe. Die Strümpfe wirken dagegen fast dezent.

Zum Krönungsornat gehörende genähte Strümpfe

Die Strümpfe des Krönungsornats

Auch der Krönungsmantel ist flächig bestickt, auch wenn die Motive auf diesem Bild eher wie Applikationen wirken.

Die meisten erhaltenen Stickereien sind allerdings in Seide, wie die auf der bereits ausführlich vorgestellten Glockenkasel.

 

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Ein beliebter Mythos, der es bis sogar in die Schulbücher geschafft hat, besagt, dass die Menschen im Mittelalter geglaubt hätten, die Erde sei eine Scheibe. Erst Galilei/Kopernikus/Keppler hätte das Gegenteil bewiesen und sei dadurch promt mit der Kirche in Konflikt gekommen. Meist wird die Behauptung mit diesem hübschen Bildchen illustriert.

Das ist Blödsinn, um es ganz deutlich zu sagen.

Das Bildchen ist zwar im Stil des 15. Jahrhunderts gehalten (und fällt damit nicht mehr ins Mittelalter, sondern in die Renaissance), entstand aber erst im 19. Jahrhundert als Illustration eines populärwissenschaftlichen Buchs von Camille Flammarion. Aber die Kugelform der Erde war seit der Antike bekannt und auch im Mittelalter keinesfalls vergessen, wie z. B. dieses Bild von zwei Menschen zeigt, die auf der einen Erdhälfte in entgegengesetzte Richtung loslaufen und sich auf der anderen wieder begegnen. Umstritten war nur, wie groß die Erde ist und ob man „auf der anderen Seite“ bzw. „da unten“ leben kann.  Anders als heute verstand man unter „da unten“ allerdings nicht den Süden, sondern den Westen, denn die Weltsicht des Mittelalters war nicht auf den Nordpol, sondern auf den Sonnenaufgang ausgerichtet. Dementsprechend ist auf mittelalterlichen Karten der Osten oben, wie auf dieser Weltkarte aus dem 12. Jahrhundert.

Ein Nachtrag:
Galilei, Keppler und Kopernikus haben sich nie mit der Kugelgestalt der Erde auseinander gesetzt. Ihre Leistungen liegen auf dem Gebiet der Planetenbewegungen und das war es auch, was sie mit der Kirche in Konflikt brachte, nach deren Lehre die Erde im Zentrum des Weltalls steht. Diesem geozentrischen Modell setzten sie eines entgegen, bei dem die Sonne im Zentrum steht und durch das die Erde nur zu einem Planeten unter vielen wird. Inzwischen hat sich die Bedeutung der Erde noch weiter relativiert, weil man davon aus geht, dass unsere Sonne nur ein unbedeutender Stern am Rande einer Galaxie irgendwo im Weltall ist und dass „da draußen“ x-tausend Planeten existieren, auf denen sich Leben entwickelt haben könnte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Und noch ein Nachsatz:
Für uns Menschen bleibt die Erde vermutlich trotzdem der wichtigste Planet – schon weil sie der einzige ist, den wir haben.

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Jetzt gibt es auf der Seite mit den Nähstichen auch ein Bild vom Rückstich.

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Eine Bahn mit Seitengeren ist fertig.

Bahn mit Geren

Heften mit Vorstichen

Heften mit Vorstichen

Dieses Mal habe ich für Seidennähgarn als Nahtmaterial und für Kappnähte als Verbindung entschieden. Dafür werden die Seiten zunächst „auf rechts“ aufeinander gelegt und zwar so, dass die Mittelbahn ein Stück unter der Gere herausschaut. Dann wird alles festgesteckt und mit Vorstichen aufeinander genäht. Im zweiten Schritt wird die überstehende Kante um die kürzere gefaltet, beides wird wieder festgesteckt und mit einer zweiten Naht festgenäht, die wahlweise aus Überwendlings- oder Vorstichen bestehen kann. Ich habe mich für Vorstiche entschieden.

Nach dem Umschlagen

Nach dem Umschlagen

Kappnähte sind aus zwei Gründen sehr praktisch: Zum anderen erspart man sich das Versäubern der Stoffkanten vor dem Nähen. Zum anderen sind sie stabilder, weil sich der Zug auf zwei Nähte verteilt. Dadurch mindert sich gerade bei Stoffen wie Seide oder feinem Leinen die Gefahr, dass das Kleidungsstück in der Naht ausreißt.
Bei dicken Stoffen können Kappnähte allerdings stark auftragen.

Das Problem habe ich nun gerade nicht. Allerdings habe ich mir die Sache dadurch erschwert, dass ich beim Vernähen der Fadenenden nicht immer

Kappnaht innen (oben) und außen (unten)

Kappnaht innen (oben) und außen (unten)

darauf geachtet habe, dass sie auf der Innenseite der Naht liegen. Dadurch sieht der sichtbare Teil für meinen Geschmack unbefriedigend unordentlich aus. Um nicht alles wieder auftrennen zu müssen, habe ich mich dafür entschieden, diese Naht auf der Innenseite verlaufen zu lassen. Damit die zweite, von außen sichtbare Naht ordentlich wird, muss ich sie jetzt allerdings von der anderen Seite nähen, d. h. ohne die Umschlag zu sehen. Nur nach Gefühl zu nähen ist nicht gerade einfach!

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