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Archive for Januar 2013

Ein grandioses Rezept, dessen Zutaten ich von Jamie Oliver abgekupfert habe. Allerdings bereite ich die Brownies etwas anders zu.

Man braucht:

  • 200 g dunkle Schokolade (mind. 70% Kakaoanteil)
  • 250 g Butter
  • 4 gr. Eier (Gewichtsklasse L oder 5 kleine)
  • 350 g Zucker
  • 65 g Mehl
  • 80 g Kakaopulver
  • 1 TL Backpulver

Zubereitung:

  1. Schokolade hacken und mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
  2. In der Zwischenzeit einen Backrahmen oder eine große rechteckige Backform mit Backpapier auskleiden und den Ofen auf 180° C vorheizen.
    Mehl, Kakao und Backpulver in einer Schüssel mischen.
  3. Die Eier und den Zucker mindestens 5 Minuten schaumig schlagen, bis die Masse ganz weiß und cremig ist und sich der Zucker vollkommen gelöst hat. Ich mache das am liebsten mit der Küchenmaschine, weil ich dann nebenbei noch etwas anderes tun kann.
    Wenn die Masse schön fluffig ist, die abgekühlte Schokoladen-Buttermischung unterrühren.
  4. Wenn alles gut vermengt ist, die Mehlmischung dazu geben, ganz kurz unterrühren, die Masse in die vorbereitete Form geben und glatt streichen.
  5. Auf der mittleren Schiene 25 min. backen. Der Teig soll innen noch ein bisschen feucht sein, sonst schmecken die Brownies nicht, weil die Schokolade beim Auskühlen zu sehr aushärtet.

Nach dem Auskühlen in kleine Quadrate schneiden. Das sieht zwar nach nix aus, aber die Dinger haben eine ähnliche Wirkung, wie die Lembas im Herrn der Ringe. Und man isst immer eins zu viel.

 

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Redet man über Mittelalter, dann meist im Zusammenhang mit Adjektiven wie „dunkel“ oder „finster“. Das Mittelalter wird dargestellt, als  eine dumpfe, rückständige Übergangszeit, in der die Errungenschaften der Antike vergessen waren, bis sie durch die Renaissance wieder entdeckt und neu belebt wurden.

Auf den ersten Blick scheint da viel Wahres dran zu sein. Schließlich hatten die Römer Millionenstädte, Wasserleitungen und gepflasterte Straßen. Man ging zur Zerstreuung ins Bad oder Theater und viele Menschen konnten lesen (und taten es).
Im Mittelalter dagegen galt Waschen als ungesund; es gab es nichts als Schmutz, Krankheit und Elend und nur Hexenverbrennungen als Unterhaltung. Die Leute wurden nicht älter als dreißig und die Kirche verhinderte jede Art von Bildung.

Aber wenn es so wäre, bräuchte es diesen Artikel nicht. In Wahrheit ist die Beschreibung oben ist Konstrukt der frühen Neuzeit, genauer gesagt der Aufklärung, das im 19. Jahrhundert nochmal aufgegriffen und in romantischer Übertreibung teils verklärt, teils übertrieben düster geschildert wurde.
Genauso könnte man nämlich das römische Reich als einen imperialistischen Schurkenstaat beschreiben, dessen Reichtum auf Sklavenhaltung und militärischen Eroberung und Ausbeutung anderer Völker beruhte (was für neue Sklaven sorgte), wo man in den Städten nachts nur mit einer bewaffneten Leibgarde auf die Straße gehen konnte und in dem das Abschlachten von Tieren der Belustigung der Massen diente.

Nun lassen sich Thermen, Aquädukte und römische Straßen nicht einfach wegdiskutieren. Aber auch das Mittelalter ist zu komplex, als dass es sich mit dem Begriff „dunkel“ umschreiben ließe.

Das beginnt schon damit, dass der Zeitraum, den wir als „Mittelalter“ bezeichnen, etwa 1.000 Jahre umfasst. Schon das sollte deutlich machen, dass nicht die ganze Zeit die gleichen Zustände geherrscht haben können.
Ein paar Dinge lassen sich aber doch festhalten:

  • Das römische Straßensystem diente dem schnellen Vorankommen von Militäreinheiten. Die Straßen waren in der Regel so bemessen, dass zwei Legionäre nebeneinander marschieren konnten – aber für den Warentransport zu schmal. Der wurde weitgehend über die Flüsse abgewickelt. Daher brauchte nach dem Abzug der römischen Legionen niemand mehr Straßen und sie verfielen.
  • Die Behauptung, dass Baden ungesund sei, kam erst mit den Pestepedemien am Ende des Mittelalters auf. Vorher gab es sogar eine ausgeprägte Badekultur, von der nicht nur die Bademägde in der Wenzelsbibel Zeugnis ablegen.
  • Man kann die Entwicklung gut verfolgen, wenn man sich Bilder der Bibelgeschichte von Susanna im Bade ansieht: Auf mittelalterlichen Illustrationen badet Susanna in gr0ßen, tiefen Zubern oder Wannen. Am Ausgang des Mittelalters werden diese Wannen kleiner, bis sie nur noch in einer Art großer Schale steht. Aber diese Abbildungen datieren ins Barock, also in die frühe Neuzeit.
  • Die Hexenverbrennungen setzten ebenfalls erst ganz am Ende des Mittelalters ein und erreichten ihren Höhepunkt ausgerechnet in der Aufklärung.
  • Dafür wurden die Leute oft weit älter, als 30. Lediglich die durchschnittliche Lebenserwartung lag nur knapp über 30 Jahren. Das vermeindlich kurze Leben im Mittelalter beruht auf einer falschen Interpretation dieser Statistik.  Tatsächlich gab es im Mittelalter eine immens hohe Kindersterblichkeit, die die durchschnittliche Lebenserwartung drückt. Überstand ein Kind die ersten drei Jahre, hatte es gute Chancen, sechzig und älter zu werden.
  • Auch war die Kirche bei weitem nicht so wissenschaftsfeindlich, wie oft angenommen. Ganz im Gegenteil: Es waren die Skriptorien der Klöster, in denen das Wissen der Antike bewahrt wurde und es war die Kirche, die die ersten Universitäten einrichtete.
  • Auch sonst ist das Mittelalter keine Zeit des Verfalls oder Stillstands – im Gegenteil! Während des Mittelalters wurden z. B. der Tiefenpflug, die Drei-Felder-Wirtschaft, die doppelte Buchführung und der bargeldlose Zahlungsverkehr erfunden. Aus dem Orient kamen die arabischen Ziffern und die Zahl Null. Außerdem bildeten sich die ersten europäischen Staaten.

Um es ganz klar zu sagen: Ich möchte damals nicht gelebt haben. Schon deshalb nicht, weil die Medizin noch in den Kinderschuhen steckte und schon eine einfache Wundinfektion tödlich enden konnte (Kein Wunder;  die Tatsache, dass viele Krankheiten durch Bakterien hervorgerufen wurden, wurde erst am Ende des 19. Jahrhundert akzeptiert und Penicillin erst zu Beginn des 20. erfunden). Aber die Ärzte der Antike waren keinesfalls besser, als die im Mittelalter und die Heilmethoden hielten sich noch bis weit in die Neuzeit.
Noch weniger gerne hätte ich allerdings in der frühen Neuzeit gelebt, da sich mit Einsetzen der kleinen Eiszeit die Lebensumstände erheblich verschlechterten. Von den Hexenverbrennungen gar nicht zu reden. Dann doch lieber Mittelalter.

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Gestern abend habe ich mit dem Zuschnitt der langen seitlichen Geren angefangen. Zum Glück eignet sich auch unser jetziger Wohnzimmerteppich gut zum Feststecken des Stoffs. Um das Ganze ein bisschen zu beschleunigen, habe ich beschlossen, beide Geren gleichzeitig zuzuschneiden.

Also habe ich sie möglichst genau aufeinander gelegt, festgesteckt und danach wie immer einen Faden quer über den Stoff gespannt. Allerdings werden die Geren nicht ganz spitz zugeschnitten, sondern bekommen statt dessen eine schmale Kante. Da mein Zentimetermaß mal wieder streunt, habe ich deren Breite mithilfe des Zeigefingers bestimmt (Fingerspitze bis zweites Fingerglied).

So weit, so einfach. Ich hatte gehofft, im nachsten Schritt den späteren Schnittverlauf mit Kreide aufmalen zu können. Aber das war ein Satz mit X. Ob es nun am zu weichen Untergrund lag oder daran, dass die Schneiderkreide schon älter ist – jedenfalls war außer ein paar Tupfen und kurzen Strichen nichts zu sehen.
Also hieß es mal wieder Reihen. Dabei nähe ich den Spannfaden mit langen Stichen auf den Stoff. Damit die beiden Stoffbahnen nicht gegeneinander verrutschen, habe ich sie entlang des Fadenverlaufs und zusätzlich seitlich mit Stecknadeln fixiert. Trotzdem sind die Geren nicht 100% gerade. Das macht aber nichts, das erledigt sich beim Nähen von alleine.

Jetzt muss ich noch die Ärmel zuschneiden. Außerdem überlege ich, in Hüfthöhe noch zwei kürzere Geren einzusetzen, um das Rockteil noch weiter zu machen.

Aber bevor ich damit beginne, werden die langen Geren an Vorder- und Rückenbahn festgenäht. Die Seide franst nämlich noch schrecklicher aus als Leinen. Der Punkt für einfache Verarbeitung geht damit eindeutig an Wolle.

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Heute abend habe ich mit dem Zuschnitt meines Seidenkleids angefangen. Höchste Zeit, denn in ein paar Wochen fängt die Mittelaltersaison wieder an.

Die rote Seide ist leider immer noch nicht wieder aufgetaucht. Also muss die blaue dran glauben. Leider war sie ziemlich verknittert. Erst feucht und viel zu heiß gebügelt, gingen die Falten halbwegs raus.

Als ich sie dann, nach gut einer Stunde einigermaßen glatt hatte, habe ich mit voller Absicht eine neue Falte reingebügelt. Einmal quer zur Bahn, um die Länge des Kleides zu markieren. Normalerweise schneide ich bei 140 cm breiten Bahnen einfach zwei schmalere Streifen quer ab, einen für das Vorder- und einen für das Rückenteil. Das Kleid wird dadurch etwa knöchellang. Aber dieses Mal wollte ich in die Vollen gehen und habe mich in der Länge nach der Spannweite meiner Arme gerichtet und noch ein bisschen zugegeben. Das dürften so etwa 180 bis 190 cm sein. Gemessen habe ich es nicht.
Anschließend habe ich dieses Stück längs in drei gleichbreite Streifen geschnitten, weil die genau meiner Schulterbreite entsprechen. Dementsprechend wird aus einem dieser Streifen die Vorder- und aus dem zweiten die Rückenbahn. Aus dem dritten mache ich Ärmel.

Danach habe ich von dem Ausgangsstoff quer zum Fadenlauf zwei weitere Streifen für die Seitengeren abgeschnitten. Sie sind je eine Elle breit.
Jetzt kommt die interessante Aufgabe, sie diagonal in Dreiecke zu schneiden. In der alten Wohnung habe ich dafür den Stoff auf dem Wohnzimmerteppich festgeheftet, einen Faden in der Diagonale gespannt und danach den Fadenverlauf erst mit Stecknadeln und dann mit Reihstichen fixiert. Aber diesen Teppich gibt es nicht mehr. Mal schauen, wie geeignet die anderen sind.

Aber das muss bis morgen warten.

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Im Moment hab‘ ich es beim Sticken mit den Mäandermustern.

T-Mäander

Dieses hier ist, wie schon die im letzten Post gezeigte Mäanderborte, der Glockenkasel aus St. Paul im Lavanttal entlehnt. Dort ist es allerdings in Gelbtönen gearbeitet.

Auch sonst ist das hier keine hundertprozentige Replik; dazu ist das Leinen, auf dem ich arbeite zu grob und zu dicht gewebt. Außerdem sticke ich mit chemisch gefärbter Nähseide, die – anders als das Originalstickgarn – natürlich gezwirnt ist. Auch konnte ich in der Ausstellung leider weder erkennen, über wie viele Fäden genau die Stiche auf der Kasel gearbeitet sind, noch mir merken, wie die Richtungswechsel erfolgen.

Trotzdem vermittelt die Borte einen ganz guten Eindruck von der Stickkunst des 12. Jahrhunderts.

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Nachdem ich vor ein paar Tagen die bereits in ein paar Blogeinträgen erwähnte Kasel aus St. Paul im Lavanttal in einer Ausstellung gesehen habe und jetzt weiß, in welchem Stich sie gearbeitet ist, habe ich mich erneut daran gemacht, eines der Muster nachzusticken. Dieses Mal natürlich im „richtigen“ Stich.

Mäanderborte1 klein

Die Borte werde ich später auf das geplante Kleid applizieren.

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