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Archive for Januar 2012

Der ist als Abwandlung einer Quiche Lorraine entstanden und so lecker, dass ich das Rezept unbedingt aufschreiben muss, auch wenn alle Mengen nur „Ungefähr-Angaben“ sind.

Teig:

  • 200 g Mehl
  • 100 g Frischkäse
  • 100 g Butter
  • 1 Ei
  • 1 Doppelprise Salz

Belag:

  • 150 g durchwachsenen Speck
  • 1 kl. Hokkaido-Kürbis (meiner war seeeehr klein, nicht viel gößer, als zwei Fäuste)
  • 100 g TK-Spinat
  • 3 Eier
  • 80 g Bergkäse
  • 80 g Frischkäse
  • 200 ml Schlagsahne
  • Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Die Zutaten für den Teig mit einander verkneten und in Klarsichtfolie gehüllt für mindestens eine Stunde kalt stellen.

In der Zwischenzeit den Speck würfeln und auslassen, danach aus der Pfanne nehmen. Während der Speck brät den Kürbis  putzen, entkernen und in schmale Streifen schneiden. Die Kürbisstreifen im heißen Speckfett kurz anbraten, dann den Spinat zugeben und beides zugedeckt bei kleiner Hitze 10 Min. garen.

Eier, Frischkäse und Schlagsahne verquirlen und mit Pfeffer und Muskatnuss würzen. Den Bergkäse reiben und mit dem Speck zum Gemüse geben.

Den Ofen auf 200°C vorheizen.

Den Teig dünn ausrollen und eine Spring- oder Tartenform damit auskleiden. Die Gemüse-Speck-Käse-Mischung darauf verteilen. Mit der Eiersahne übergießen.

Auf der mittleren Schiene 35 – 45 Min. backen.

Anmerkungen:

Ich kann mir vorstellen, dass man den Speck auch gut durch Walnüsse ersetzen kann. Dann müsste man das Gemüse in neutralem Öl anbraten.

2/3 des Kuchens haben locker für 2 Erwachsene und 2 Kinder gereicht. Er schmeckt aber auch zwei Tage danach kalt noch ausgezeichnet.

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Wer behauptet eigentlich, dass Geschichte langweilig sei? Oder Geschichtsvorlesungen? Dass es auch anders geht, zeigt diese wirklich geniale Vorlesung „Einführung in das Mittelalter“ der Universität Erlangen.

Anklicken, zurücklehnen und genießen!

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Wie schon gesagt wird mein nächstes Projekt ein Halbkreismantel aus mittelschweren, naturbraunem Loden und einem Futter aus feiner weißer Wolle werden. Ich brauche den für die Darstellung einer Nonne des 12. Jahrhunderts. Vorlage sind Abbildungen aus dem Guta-Sintram-Codex und dem Hortus Deliciarum. Der Schnitt wird weitgehend dem des im Bocksten-Moor in Schweden gefundenen entsprechen. Der Mantel aus dem Bocksten-Moor wird zwar auf das 14. Jahrhundert datiert, die Form des Halbkreismantels ist jedoch schon deutlich älter. Das früheste mir bekannte Exemplar ist der Mantel der Bathilde aus dem 7. Jahrhundert. Allerdings tauchen Halbkreismäntel erst ab dem 11. Jahrhundert in größerer Zahl auf.
Bis dahin dominiert der Rechtecksmantel, der vollkommen ohne Verschnitt auskommt und kaum Näharbeit verlangt. Auch sonst braucht man für einen Rechtecksmantel im Vergleich zu einem Halbkreismantel deutlich weniger Stoff. Für meinen Rechtecksmantel habe ich ein Rechteck mit den Kantenlängen 150 cm x 180 cm gebraucht, für den Halbkreismantel werde ich fast 3 m bei einer Webbreite von 150 cm benötigen (gut, der Rest wird voraussichtlich auch noch ein Paar Strümpfe reichen).
Aber nicht nur wegen des hohen Stoffverbrauchs und des unvermeidlichen Verschnitts war ein solcher Halbkreismantel auch im 12. Jahrhundert ein Statussymbol, sondern auch, weil er für praktische Arbeiten vollkommen unbrauchbar ist.

Wie kommt es, könnte man sich fragen, dass ein solches Kleidungsstück ausgerechnet von einer Nonne getragen wird. Auch wenn Nonnen nicht unbedingt körperlich arbeiten mussten, passt das eben Gesagte schlecht zum Armutsgelübde.
Die Antwort ist nach heutigem Verständnis ein bisschen spitzfindig. Das Armutsgelübde erstreckt sich nämlich nur auf persönlichen Besitz. Der Orden hingegen durfte im 12. Jahrhundert durchaus reich sein und war es in der Regel auch. Klöster waren in der Regel Gründungen des Adels, gut ausgestattet und unter adeliger Leitung. Viele nahmen nur Adelige auf (so z.B. die von der Hl. Hildegard von Bingen geleiteten Klöster Rupertsheim und Eibingen) und es war normal, dass Novizen nur gegen Schenkungen aufgenommen wurden.
Nun sieht die Benediktsregel, die den meisten Ordensregeln zugrundeliegt vor, dass die Mönche das tragen sollen, was in der Gegend üblich oder billig zu haben sei. Sie sieht außerdem vor, dass die Mönche aus einer Kleiderkammer eingekleidet werden und sich niemand beschweren soll, wenn die ihm zugewiesene Kleidung nicht richtig passe. Aber sie sagt nicht, dass die Kleidung nicht passen dürfe. Und was wäre billiger zu haben, als das, was sowieso an Stoffen vorhanden ist – zum Beispiel, weil eine Novizin es als „Mitgift“ von ihrer Familie mitbekommen hat.
Das jedenfalls scheint die gängige Auslegung in den Frauenklöstern gewesen zu sein, in denen die Benediktsregel nur sinngemäß galt. Aus dem Kloster Rupertsheim ist bekannt, dass die Nonnen an Feiertagen sogar in Seidenkleidern und mit golddurchwirkten Stirnbinden die Messe feierten. „In Vorwegnahme des himmlischen Jerusalems,“ wie Hildegard von Bingen zu rechtfertigen wusste.
Wenn Nonnen einen Halbkreismantel trugen, entsprach das also vollkommen dem eigenen Selbstverständnis.

Aber zurück zu meinem Projekt: Wie schon beschrieben werde ich einen Schnitt aus dem 14. Jahrhundert als Vorlage nehmen. Allerdings wird es bei meinem Mantel keinen Halsausschnitt, sondern eine annähernd gerade Kante geben. Nur die Schnittführung wird die Gleiche sein, d.h. zwei lange parallel gesetzte Bahnen von denen eine ihre volle Länge durch einen angesetzten annähernd viertelkreisförmigen Keil erhält.
Natürlich könnte ich den Mantel auch direkt aus der Stoffbahn ausschneiden. Die liegt schließlich 150 cm breit. Einfach mit Kreide und einem Faden einen Halbkreis ziehen – fertig ist die Laube. Aber das entspräche nicht den historischen Gegebenheiten. Im Mittelalter konnte man zwar auch so breite Stoffbahnen weben, aber man hat es aus ökonomischen Gründen nur selten getan. Zum Schneidern mit möglichst geringem Stoffverbrauch sind Webbreiten von 60 – 90 cm deutlich geeigneter, zumal man dann die Webkante mitbenutzen kann und sich viel Arbeit mit dem Versäubern der Nähte spart.
Also werde ich die Stoffbahn erst der Länge nach teilen und dann wieder zusammennähen, damit das Ergebnis der Vorlage möglichst nahe kommt.

Quellen:
Bumke, Joachim: Höfische Kultur, dtv, München 2005
Kania, Katrin: Kleidung im Mittelalter, Böhlau Verlag, Köln 2010
Landsberg, Herrad v.: Hortus deliciarum herausgegeben von Dr. Otto Gillen, Pfälzische Verlagsanstalt, 1979
Ohler, Norbert: Mönche und Nonnen im Mittelalter, Patmos Verlag, Düsseldorf 2008

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